Von der Stadt Graz wird seit einem Jahr Sozialarbeit an zwei Schulclustern in Bereichen mit einem hohen Anteil von Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache angeboten. Der "Cluster Gries" umfasst zwei Neue Mittelschulen und eine Volksschule, der "Cluster Eggenberg" zwei Neue Mittelschulen und zwei Volksschulen.
265.000 Euro pro Jahr für Sozialarbeiterstellen
Für die Finanzierung der vier dafür verwendeten Sozialarbeiterstellen stelle die Stadt rund 265.000 Euro pro Jahr zur Verfügung, so Bildungsstadträtin Grabner. Dazu komme ein vom Land finanzierter "Cluster Graz-Süd" mit zwei Neuen Mittelschulen und einer Polytechnischen Schule. "Für mich ist es unverständlich, wie man der Landeshauptstadt mit 13.000 Pflichtschülern seitens des Landes gleich viele Posten zur Verfügung stellt wie beispielsweise Voitsberg mit 3.000 Pflichtschülern", so die Stadträtin.
"Wir haben die Schulsozialarbeiter an drei Halbtagen in der Woche an der Schule und an zwei Tagen Beratungslehrer - aus meiner Sicht ist das noch immer zu wenig", schildert Fritz Fink, Direktor der Neuen Mittelschule St. Andrä im Bezirk Gries, die Situation. Seine Schule werde zu 98 Prozent von Schülern mit nichtdeutscher Muttersprache besucht - im kommenden Schuljahr dürften es 100 Prozent sein. "Wir haben 40 Kinder aus Asylantenfamilien, darunter schwer traumatisierte Kinder. Da ist jede Initiative, die den Schülern und Lehrern die Situation erleichtert, willkommen", so der Direktor.
Aus dem Büro von Bildungslandesrätin Elisabeth Grossmann (SPÖ) heißt es, dass man sich der "besonderen Situation von Graz" wohl bewusst sei. Man habe "ein umfassendes Paket unterschiedlicher Maßnahmen" erarbeitet, dass neben der Beschäftigung von Schulsozialarbeitern unter anderem eine von Beratungslehrern und Sonderpädagogen umfasst.
Personeller Ausbau im Herbst nicht angedacht
"Mit Beratungslehrern wurde die Stadt Graz zusätzlich gut bedacht", so Büroleiter Klaus Ebner. Ein personeller Ausbau im Herbst sei nicht angedacht. "Der Einsatz der Schulsozialarbeiter wird bis Ende des Schuljahres 2010/11 von der Universität Graz evaluiert, erst dann werden weitere Maßnahmen geplant", so Ebner. Im gesamten Bundesland finanziert das Land Steiermark zehn Schulsozialarbeiterposten.
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