23.08.2019 21:21 |

Entsetzen in Türkei

Mutter von Ex-Mann vor Augen der Tochter erstochen

Der Mord an einer Frau vor den Augen ihrer zehnjährigen Tochter hat in der Türkei großes Entsetzen ausgelöst. Die 38-Jährige war der Nachrichtenagentur DHA zufolge schon am 18. August von ihrem Ex-Ehemann in der zentraltürkischen Provinz Kirikkale erstochen worden. 

Am Freitag verbreiteten sich im Internet Video- und Audio-Aufnahmen von Momenten nach der Tat, die sich in einem Café abgespielt haben soll. Die Frau soll zu hören sein wie sie wiederholt, dass sie nicht sterben will. Auch die Tochter soll zu hören sein: „Mutter, bitte stirb nicht.“

Täter in Haft
Die Frau starb später im Krankenhaus. Der mutmaßliche Täter, der zunächst geflohen war, ist laut Staatsanwaltschaft in Haft und wegen Mordes angeklagt. Im den Sozialen Medien gab es am Freitag zahlreiche Posts zu dem Verbrechen, auf vielen Fernsehsendern liefen immer wieder Berichte. Außerdem wurde zu Demonstrationen gegen Gewalt an Frauen aufgerufen, die erste sollte noch am Freitagabend in der Hauptstadt Ankara stattfinden. Weitere sind für das Wochenende unter anderem in Istanbul angekündigt.

Bürgermeister: „Stehen auf Seite von Frauen im Kampf gegen Gewalt“
Viele Politiker, Prominente oder Institutionen wie die Fußballclubs Fenerbahce oder Besiktas drückten ihr Entsetzen aus. Der Kommunikationsdirektor von Präsident Recep Tayyip Erdogan, Fahrettin Altun, sagte der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu, Erdogan sei „tief betroffen über die brutale Ermordung“. Er habe die Autoritäten beauftragt, „den Täter entsprechend zu bestrafen und die nötigen Schritte für die Bekämpfung von Gewalt an Frauen“ zu machen. Der Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu von der linksliberalen Oppositionspartei CHP schrieb auf Twitter: „Wir stehen auf der Seite von Frauen und Kindern im Kampf gegen Gewalt.“

Gewalt gegen Frauen ist auch in der Türkei ein verbreitetes Problem. Nach Angaben der Plattform „Wir werden Frauenmorde stoppen“ wurden im vergangenen Jahr 440 Frauen von Männern getötet - in mehr als einem Viertel der Fälle waren die Ehepartner die Täter.

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