30.07.2019 13:30 |

Hochwasserschäden

Reißender Bach schwemmte Bundesstraße weg

Die Warnungen der Meteorologen trafen ins Schwarze: Sintflutartiger Regen ergoss sich in der Nacht zum Montag vor allem im Tennengau über die Landschaft, am stärksten war Rußbach betroffen. Ein Bach „explodierte“, richtete schwere Schäden an und spülte die wichtige Verbindung nach Salzburg, eine Brücke, weg.

Schon seit dem späten Sonntagnachmittag prasselte es unaufhörlich herunter, doch in der Nacht nahm der Regen sintflutartige Ausmaße an. Der sonst eher gemütlich dahin plätschernde Rußbach schwoll zu einem reißenden Fluss an. „Im Minutentakt ist das Wasser höher und höher gestiegen. Und dann trat der Bach so gegen 4.15 Uhr wirklich explosionsartig über die Ufer“, schildert der örtliche Feuerwehrchef Bernd Schnitzhofer.

Wassermassen, Geröll und Schlamm bannten sich ihren Weg durch den Ort. Bei den kleinen Brücken wurden die Geländer weggerissen, die wichtigste Verbindung Richtung Salzburg, die Neuhausbrücke, wurde überhaupt zur Hälfte abgetragen, die Lammertal Straße teilweise verlegt und die Pass-Gschütt-Straße (B166) unterspült und beschädigt.

Freiwillige Helfer im Einsatz

Die Freiwilligen aus Rußbach bekamen Unterstützung von Helfern aus Gosau und Abtenau. „Wir waren mit 50 Mann unterwegs. Dutzende Keller mussten ausgepumpt werden, das gröbste Geröll entfernt werden. Da Rußbach kurzfristig auf dem Straßenweg von beiden Seiten aus nicht erreichbar war, wurde schließlich um 6.20 Uhr Zivilschutzalarm gegeben. Die Bewohner sollten, wenn möglich, zu Hause bleiben. Dann ging es plötzlich ganz schnell und das Wasser zog sich zurück, die Pegel sind wieder gesunken“, erzählt Schnitzhofer.

Noch am Vormittag konnte die Lammertal-Straße wieder freigegeben werden. Die Pass-Gschütt-Straße blieb aber gesperrt. „Die Abtenauer, die uns geholfen haben, mussten wegen der weggerissenen Brücke einen Riesenumweg nach Hause in Kauf nehmen. Über St. Gilgen oder Gosau sind es 60 bis 100 zusätzliche Kilometer“, weiß Schnitzhofer.

Kleines Einzugsgebiet wurde zum Verhängnis

Der Tennengauer Katastrophenreferent Philipp Kogler erläutert, wieso der Rußbach binnen Minuten so große Schäden anrichten konnte: „Der Bach hat ein sehr kleines Einzugsgebiet. Deswegen steigt er bei heftigem Regen auch viel schneller an.“ Die weggespülte Neuhausbrücke wurde noch am Montag besichtigt. „Die Landesstraßenverwaltung muss entscheiden, wie wir das richten.“ Eine Lösung wäre eine Behelfsbrücke.

Bernd Schnitzhofer hoffte, bis zum Abend die gröbsten Schäden behoben zu haben. „Bis aber alle Bäche ausgeräumt und die Straßen wieder normal befahrbar sind, kann es Wochen dauern. Ich habe solche Wassermengen mit so einer Kraft in meinen 27 Jahren bei der Feuerwehr noch nie erlebt.“

Landesrat Josef Schwaiger sagte für die Räumung der Geschiebesperren und Bäche in Rußbach aber auch in Abtenau 70.000 Euro aus dem Katastrophenfonds zu.

Manuela Kappes
Manuela Kappes
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