25.07.2019 06:00 |

Kritik aus Großarl

Keine Ausnahme für Landarzt

Er ist in Großarl nur schwer zu ersetzen: Dr. Ernst Toferer kümmert sich als einer von zwei Hausärzten im Tal Tag für Tag um dutzende Patienten. Eine Vertretung findet er auch für Urlaube kaum. Und jetzt musste er noch zu einer Milizübung beim Bundesheer einrücken. Im Ort sorgt das für Kopfschütteln.

70 bis 90 Patienten warten jeden Tag in seiner Ordination. Das Seniorenheim kommt noch dazu und auch bei der Bergrettung ist Dr. Toferer engagiert. Wer wenn nicht er, steht mit seiner Funktion – wie es im Wehrdienstgesetz steht – im „öffentlichen Interesse“

Jeder Tag ohne ihn ist schwierig im Tal: GKK und Ärztekammer suchten lange nach einem zweiten Arzt, eine dritte Stelle wird nicht mehr ausgeschrieben.

Trotzdem wurde Dr. Toferer jetzt zu einer großen Milizübung in Tirol einberufen. Die Gemeinde setzte sich auch für eine Befreiung beim Heer ein, blitzte aber ab. Vize-Ortschef Johann Ganitzer (SPÖ): „Wir haben immerhin 5000 Einwohner und etwa 3000 Urlauber.“

Verpflichtet hat sich Ernst Toferer in seiner Jugend. Er ist jetzt 40 Jahre jung, 39 Truppen-Übungstage warten noch auf ihn.

„Dr. Toferer ist rechtzeitig informiert worden“, heißt es dazu vom Heer. Außerdem sei er schon nach der Gründung seiner Praxis einmal befreit worden.

Ärztekammerpräsident Karl Forstner übt Kritik: „Praktische Ärzte besonders im ländlichen Raum sind schwer abkömmlich. Man sollte nachzudenken, ob genau diese Leute einberufen werden müssen.“

S. Salzmann

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