22.07.2019 14:01 |

Krone-Botanikgespräch

Spaziergang durch den renovierten Naturpark

Um 10 Millionen Euro wurden die Salzachauen wieder zum Öko-Paradies. Astrid Rössler und Martina Berthold von den Grünen waren von Beginn an dabei. Beim Wandern mit der „Krone“ sprachen sie darüber.

Es ist ein großes, aber unscheinbares Schild, neben den Gleisen der Lokalbahnstation Nußdorf-Weitwörth: „Neuer Urwald in der Weitwörther Au“. Dahinter steckt ein natürliches Bauprojekt: Um zehn Millionen Euro wurde das 127 Hektar große Augebiet samt See neu renaturiert. Mit Bagger und Schaufel.

Ein Urwald im Flachgau

Jetzt ist fast alles fertig: Massive Erdbewegungen hatte es gebraucht, um den Reitbach abzusenken, den Ausee dafür mit neuen Uferzonen auszuweiten. Was während der Arbeiten nicht natürlich wirkte, darf sich die Natur jetzt zurückholen. Ex-Landesvize und jetzige Grüne Nationalratskandidatin Astrid Rössler war federführend: Mit Baustadträtin Martina Berthold, derzeit auf Salzachufer-Mission, zeigte sie der „Krone“ den neuen Urwald. „Das schwierigste war, die Leute zu überzeugen“, erzählte Rössler beim Spaziergang durch die Au. „Vor allem, als die Bagger da waren.“

Jetzt ist hier Lebensraum für Mensch und Natur. Die Wege wurden neu angelegt, einzelne Uferbereiche für die Vogelbrut abgesperrt, monotone Fichtenkulturen wichen einem Mosaik aus Hochstauden, Biberrutschen säumen die steilen Böschungen ins Wasser. „Hier ist eine der artenreichsten und ökologisch vielfältigsten Landschaften Salzburgs entstanden“, weiß Rössler. Nichts, was sich natürlich nicht ansiedeln darf, nur das Drüsige Springkraut macht Sorgen. „Das gehört hier nicht her“, rissen Rössler und Berthold selbst gleich einige Pflanzen aus.

Botanische Exkursionen und eine Auenwerkstatt
Auch für botanische Exkursionen ist das Projekt gedacht, für Kinder soll noch eine Auenwerkstatt entstehen. Zur Vision, das Areal auf 500 Hektar zu erweitern, laufen Gespräche. Bis dahin darf der Urwald vor sich hinwachsen. „Selten eine so gelungene Umsetzung gesehen“, sagte Conny Schmitz, die für die EU das Vorhaben evaluiert. Projektleiter Bernhard Riehl erfreut: „Das hier ist etwas Besonderes.“

Das Life-Projekt Salzach-Au: 

  • Im Jahr 2014 wurde das erste Förderansuchen für das Life-Projekt „Salzach-Auen“ gestellt. Im Oktober 2015 kam von der EU der Zuschlag: 6,3 Millionen Euro sollten aus Brüssel in den kommenden fünf Jahren in die Renaturierung des Gebiets fließen.
  • Das Gesamtvolumen des Natura 2000-Projekts reicht an die zehn Millionen Euro. Der Großteil wurde in Grundankäufe investiert - für 117 Hektar Auwald und den zehn Hektar großen Ausee. Etwa ein Drittel brauchten die Renaturierungsmaßnahmen.
  • Dann begannen Planungen und Umsetzungen: 2017 wurden die ersten Pilot-Maßnahmen getroffen: Sechs Amphibientümpel angelegt und einzelne Pappelforste ausgelichtet. Im September 2017 fuhren dann die Bagger auf: Der Reitbach wurde abgesenkt und dessen Ufer neu strukturiert. Mit dem Sand und Kies wurden dafür im Ausee Uferzonen gestaltet und ein Lebensraum für Libellen, Fische und Vögel geschaffen. Dazu kamen 15 Hektar Fichtenforst. 54 Hektar blieben unberührter Auwald.
Max Grill
Max Grill
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