Maggies Kolumne

Stillstand

Es war zum Greifen nah! Nach vielen Jahren der emotionalen Diskussionen, aufgedeckter Missstände und Tierschutz-Appelle konnte am Montag im Nationalrat endlich über drei wichtige Themen abgestimmt werden. Die Abgeordneten hätten dafür sorgen können, dass in unserem Land kein Schwein mehr ohne Betäubung kastriert wird oder sein Leben auf kargen Vollspaltböden verbringen muss. Ebenso hätte das Töten der „überflüssigen“ männlichen Küken zum Teil der Geschichtsbücher werden können. Hätte, wäre, könnte. 

Die Mehrheit kam nämlich nicht zustande, die Anträge - eingebracht übrigens vom Parlamentsklub Jetzt - wurden abgelehnt. Die Enttäuschung ist nicht nur bei mir riesengroß. In ersten Reaktionen haben auch Sie, liebe Leser, sich erschüttert gezeigt. Denn es muss klar sein: Eine große Chance ist vertan, und möglicherweise kommen Verbote erst wieder in ein paar Jahren auf die politische Agenda. Gescheitert sind die Verbesserungen für Tiere an der ÖVP und der FPÖ. Erstere Partei hat noch nie einen Hehl daraus gemacht, dass das Wohlergehen von Vierbeinern für sie keine Priorität hat. Die FPÖ dagegen hätte die Anträge eigentlich mittragen müssen, positioniert sie sich doch immer wieder als „Tierschutzpartei“. Vor der Wahl 2017 bekannten sich die Blauen zum Verbot von betäubungsloser Ferkelkastration - das schien am Montag allerdings vergessen. Ich werde weiterhin für diese wichtigen Meilensteine kämpfen - und den Tieren ist egal, welche Partei ihnen das Leben rettet! Nur sollten Sie, liebe Leser, gut informiert sein. Darüber, woher der frische Wind kommt, und woher der Stillstand rührt.

Maggie Entenfellner, Kronen Zeitung

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