04.07.2019 08:47 |

Fragen bleiben offen

Zugunfall „wird wohl niemals restlos geklärt“

Was geschah Augenblicke vor dem verheerenden Zugunfall, der am Mittwochnachmittag einem Ehepaar im Alter von 29 und 32 Jahren in einem Auto das Leben kostete? Der Pkw war, wie berichtet, auf einem Bahnübergang von einem Güterzug erfasst worden, hatte sich, nachdem er bereits vor den Gleisen zum Stillstand gekommen war, plötzlich erneut in Bewegung gesetzt - nur Sekunden vor dem eintreffenden Zug. Ein technischer Defekt, oder womöglich gar Absicht? „Das wird wohl niemals geklärt werden können“, so Polizeisprecher Fritz Grundnig gegenüber krone.at.

Es gibt einen einzigen weiteren Zeugen des schrecklichen Unglücks, das - wie berichtet - ein Kind zur Waise macht, der noch befragt werden kann. Nämlich den 42 Jahre alten Lokführer des mit Erz beladenen Güterzuges. Dieser hatte, als er sich am Mittwochnachmittag kurz vor 14 Uhr dem Bahnübergang in Neudorf bei Wildon näherte, eine Beobachtung gemacht. So gab er später gegenüber der Polizei an, dass der Wagen zunächst vor dem mit Lichtsignal geregelten, aber unbeschrankten Bahnübergang stehen geblieben war und sich nur Momente vor dem herannahenden den Zug wieder in Bewegung setzte.

„Lokführer hatte keine Chance“
„Der Lokführer hatte nicht einmal mehr die Chance, ein Alarmsignal abzugeben, so knapp fuhr der Wagen vor dem Zug auf die Gleise.“ Lediglich eine Vollbremsung war der 42-Jährige noch zu tätigen im Stande, doch auch das kam zu spät - der Wagen wurde mit voller Wucht erfasst, rund hundert Meter weit mitgeschleift. Für die Insassen des Pkw gab es keine Rettung mehr. Der Lokführer selbst erlitt leichte Verletzungen.

Doch warum hatte sich der Wagen so plötzlich noch einmal in Bewegung gesetzt? „Es gibt Hinweise darauf, dass die Ehe des Paares zerrüttet war“, so Grundnig am Donnerstagmorgen. Dies habe sich auch aus Gesprächen mit Angehörigen der Opfer ergeben. Wie berichtet, war seitens der 29-Jährigen auch ein Umzug ins Ausland geplant.

„Es ist im Grunde irrelevant“
„Natürlich sind das Erkenntnisse, die eine mögliche Absicht nicht ausschließen. Ob es aber tatsächlich in Richtung Mord geht, dafür gibt es keinen hinreichenden Beweis“, erklärte der Polizeisprecher. „Außerdem ist es im Grunde irrelevant. Der mutmaßliche Täter könnte für die Tat ja nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden, da er selbst bei dem Vorfall gestorben ist“, so Grundnig.

Die Unfallermittlungen seien mittlerweile abgeschlossen, so der Sprecher weiter. „Natürlich ergeht auch an die Staatsanwaltschaft ein Bericht. Aber der Vorfall wird wohl niemals restlos geklärt werden.“

Christine Steinmetz
Christine Steinmetz
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