26.06.2019 12:37 |

Zurückgeschoben

40 Afghanen überwanden Ungarns Grenzzaun - gefasst

Seit der Errichtung eines Grenzzauns zu Serbien und Kroatien ist die Zahl der Flüchtlinge, die nach Ungarn kommen, drastisch gesunken. In der Nacht auf Mittwoch gelang es einer Gruppe von 40 Migranten dennoch, die Barriere zu überwinden. Ihr Aufenthalt währte jedoch nur kurz: Grenzpolizisten fassten die Männer und schoben sie wieder zurück nach Serbien.

Die illegal Eingereisten stammen aus Afghanistan und wurden bei der Ortsschaft Asotthalom bei Szeged aufgegriffen. Laut der ungarischen Nachrichtenagentur MTI wurden zuvor gegen Mitternacht bereits sechs Iraker aufgegriffen, die ebenfalls den Grenzzaun überwunden hatten. Sie wurden ebenfalls über die Grenze nach Serbien zurückgeschoben.

Ungarn hatte den Zaun an den Grenzen zu Serbien und Kroatien im Herbst 2015 errichtet, auf dem Höhepunkt der damaligen Flüchtlingswanderungen in die Mitte Europas. Seitdem ist die Zahl der Migranten auf der Balkanroute von Griechenland nach Westeuropa bedeutend zurückgegangen. Zugleich haben sich Fluchtrouten etabliert, die an Ungarn vorbei über Bosnien-Herzegowina und Kroatien führen.

Wegen der dort in Jahrzehnten gewachsenen Schleppernetze versuchen Flüchtlinge weiterhin, auch über Ungarn nach Westeuropa zu gelangen. Viele, aber nicht alle, die den bis zu drei Meter hohen Grenzzaun überwinden, werden von ungarischen Grenzpolizisten entdeckt und nach Serbien zurückgeschoben.

Große Gruppendurchbrüche sind hingegen selten. Die Praxis der unverzüglichen Rückschiebungen wird von Menschenrechtlern und vom UNO-Hilfswerk UNHCR scharf kritisiert, weil den Betroffenen das Stellen eines Asylantrags verwehrt wird und weil keine geordnete Übergabe an die serbischen Behörden erfolgt. Die ungarische Regierung vertritt den Standpunkt, dass ihre Vorgangsweise legal sei.

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