11.06.2019 13:40 |

In Salzburg

Taxler-Krise: „Die Situation ist katastrophal“

Die Anzahl der Taxis in Salzburg steigt und steigt. Die Einnahmen der Berufsfahrer sinken aber seit Jahren. Besonders erschreckend ist die Situation am Bahnhof. Eine Besserung ist nicht in Sicht. Die „Krone“ war auf Lokalaugenschein.

Seit 23 Jahren ist Karin Steingruber als Taxifahrerin unterwegs. „Ich würd’s nicht noch mal machen“, schüttelt sie den Kopf. „Der Konkurrenzkampf ist zu groß, als Österreicher bist du ein Exote und die Branche wird immer kaputter“, erklärt sie.

Freizeit ist für die 47-Jährige fast ein Fremdwort. „Jedes zweite Wochenende habe ich frei, dann kümmere ich mich um meine kranken Eltern“, schildert sie. Und ist damit kein Einzelfall.

Taxifahrer Zobler: „Keine Weihnachten, Ostern und Pfingsten“
„Ich opfere zehn Stunden – jeden Tag“, verrät Richard Zobler und fügt an: „Es gibt keine Weihnachten, keinen Urlaub.“ 20 Jahre hinterm Steuer erlebte er mit, wie es mit der Branche bergab ging.

Ein Hotspot ist der Bahnhof. Dort blockieren die Taxis teilweise gar die Busspur. „Es werden immer mehr“, schimpft Ibrahim Alswalqa, immerhin drei Jahre im Geschäft. Kollege Hassan Abdi pflichtet bei: „Ich bin alleinerziehend, habe zwei Kinder. Oft arbeite ich 15 Stunden, damit ich Miete zahlen und Essen kaufen kann.“

Keine Unterstützung von Preuner und Co.
Zobler spricht aus, was sich (fast) alle denken: „Die Situation ist katastrophal! Es gibt überhaupt keine Unterstützung“, zeigt er sich vor allem von Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) enttäuscht. Hoffnung? „Die habe ich aufgegeben. Wir sind ein Stiefkind der Politik.“

Steingruber schlägt vor: „Würden sich die Großkopferten mal eine Woche ins Taxi setzen – ich stelle meines gerne zur Verfügung –, würden sie sehen, welchen Blödsinn sie bewilligen.“

Dazu gehört die Testphase des Fahrdienstvermittlers Uber, der für Taxifahrer ein rotes Tuch ist. „Jeder, der mitfährt, ist selbst schuld“, meint Steingruber. „Die haben nicht mal eine Versicherung.“ Sie sind aber ein weiterer Konkurrent für alle Taxler. Womit sich die ohnehin angespannte Lage ein Stück weiter zuspitzt.

Christoph Nister
Christoph Nister

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