06.06.2019 11:15 |

Klimawandel & Co.

Ein ständiger Kampf um den Lebensraum

Ein Tag im Zeichen von Klimawandel, Luftverschmutzung, Bodenversiegelung und Artensterben: Am gestrigen Welt-Umwelttag standen die vielen Belastungen für unsere Natur im Rampenlicht. Ihnen gilt es mit eigenverantwortlichen und politischen Maßnahmen entgegenzuwirken – Schadensbegrenzung ist angesagt.

Er ist laut, der Schrei nach Umweltschutz, und kommt gerade von den jungen Generationen, die um ihre Zukunft fürchten. Bei den freitäglichen „Fridays for future“-Protesten gehen auch in Salzburg rund 1000 Jugendliche auf die Straßen.

In Anbetracht der zahlreichen Auswirkungen – von Dürre über Hochwasser bis hin zu Wetterextremen – lässt sich der Klimawandel nicht mehr abstreiten. Eine davon zeigen Messungen der Salzburger Seentemperaturen. „Seit Beginn der 1980er Jahre gibt es einen klaren Trend zur Erwärmung der Seen. Das liegt an der höheren Lufttemperatur infolge des Klimawandels.“, erklärt Hans Wiesenegger, Leiter des Hydrographischen Dienstes. Im Schnitt seien die Wassertemperaturen um ein bis zwei Grad gestiegen.

Ein Fußballfeld pro Woche für den Verkehr
Eine der Ursachen für den Klimawandel findet sich auf der Straße. Der Verkehr produziert nicht nur umweltschädliche Abgase, er nimmt auch 104 Quadratkilometer von Salzburgs Fläche in Anspruch. In den vergangenen zehn Jahren wurden im Bundesland durchschnittlich 0,8 Hektar pro Woche für Verkehrsinfrastruktur verbaut, das entspricht etwa der Fläche eines Fußballfeldes. Die Folgen: „Asphaltierte Flächen heizen sich massiv auf. Versiegelte Böden können bei Starkregen kein Wasser aufnehmen und erhöhen damit die Hochwassergefahr“, stellt Markus Gansterer vom Verkehrsclub Österreich fest und fordert gesetzliche Vorgaben für eine verkehrssparende Raumordnung. So solle die Wohnbauförderung auch Mobilitätskriterien, wie etwa die Nähe zu öffentlichen Verkehrsverbindungen, enthalten.

Gishild Schaufler, Leiterin der Salzburger Landesumweltanwaltschaft, über die größten Gefahren und Belastungen für unsere Natur sowie mögliche Lösungswege.
Was sind die größten Umweltgefahren im Bundesland Salzburg?
Auf der ganzen Welt und auch bei uns ist Artensterben ein großes Problem. Wenn es keine Insekten mehr gibt, gibt es auch keine Nahrung mehr. Schuld daran ist unter anderem die zunehmende Bodenversiegelung. Wir verbauen den Tieren ihren Lebensraum. Ein weiteres Problem ist der Klimawandel mit seinen Folgen. Auch die Luftverschmutzung durch den Verkehr spielt bei uns eine große Rolle.

Schaffen erneuerbare Energien hier Abhilfe?

Erneuerbare Energien sind wichtig und richtig, aber nicht zulasten der Biodiversität. Bestehende Kraftwerke sollten zuerst optimiert werden, bevor man neue errichtet.

Wie lässt sich das Müllproblem lösen?

Gerade Plastik in Form von Verpackungen oder in der Kleidung machen der Umwelt zu schaffen. Es gibt jede Menge Plastikmüll, der nicht recycelt werden kann. Mich stört, dass in der Produktentwicklung die Entsorgung kaum berücksichtigt wird. Ein Pfandsystem bei Plastikflaschen könnte bei uns Abhilfe schaffen. Wir müssen aber zwangsläufig unser Konsumverhalten ändern und den Energieverbrauch reduzieren.



Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger

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