Sieben Kandidaten

Mögliche Voves-Nachfolger unter die Lupe genommen

Steiermark
03.04.2010 18:24
Sollte die steirische Landtagswahl im Herbst für Franz Voves (SPÖ) schiefgehen, wer sind dann die aussichtsreichsten Kandidaten für die Nachfolge? Die "Steirerkrone" hat das Ohr ins Partei- und Funktionärsvolk gehalten.

"Durchg'frett'n" seufzen prominente Sozis nicht einmal mehr hinter vorgehaltener Hand, wenn's um den Zustand der Partei geht. Und durchaus schon öffentlich wird formuliert: "Es geht nur mehr darum, einen g'scheiten Nachfolger für 'den Franz' (Voves) zu finden." Natürlich nur, wenn die Wahl, wie's in der Politikerdiktion so schön heißt, schlecht ausgeht.

Denn ein großer Teil der Funktionäre ist brüskiert, "der Franz" bei ihnen unten durch. Spätestens seit unterstellt wurde, sie seien zu wenig g'rennt - bei der Gemeinderatswahl. "Wo, wenn nicht dort, wo's ums eigene Leiberl geht, werden wir rennen", so der ziemlich eindeutige Tenor. Wie auch immer, wen gäb's für die Nachfolge? 

Sieben Kandidaten

Bettina Vollath

  • Pluspunkte: Frau, die Regierungserfahrung hat und nach Anlaufschwierigkeiten gut unterwegs ist. Wenngleich die komplizierten Ressorts (Gesundheit, Kultur) Substanz kosten. Und, wie zuletzt, aufrecht wenn's um eine Frage wie den Gratiskindergarten geht.
  • Nachteile: Ist nicht in der Wolle gefärbt rot. Die Juristin, von Voves geholt, ist erst seit Oktober 2005 Parteimitglied. Deshalb wird sie von SPÖ-Kadern noch immer argwöhnisch beäugt.

Helmut Hirt

  • Pluspunkte: Reiche politische Erfahrung, zuerst als Sekretär, Bürochef, dann als Landesrat für Gesundheit und Personal. Und, nicht zu verachten, er weiß auch, wie's an der Basis zugeht. 
  • Nachteile: Loyalität bis zur Selbstaufgabe und leichte Beschädigung, als ihn Voves in Sachen Spital Bad Aussee wider besseres Wissen über die Klinge springen hat lassen.

Sigi Schrittwieser

  • Pluspunkte: Ein alter Polit-Fuchs, Herzenskandidat vieler Ur-Roter. Authentisch! Selbst seine Ehrenrunde als Landtagspräsident kostete ihn an der Basis kaum Sympathiewerte. 
  • Nachteile: Nicht mehr der Jüngste, ab und zu in seiner Begeisterung für (Arbeitsmarkt-) Projekte ein wenig der Realität entrückt.

Günter Dörflinger

  • Pluspunkte: Nach wie vor Kandidat der Herzen. Vor allem die roten Granden in der Obersteiermark würden geschlossen hinter dem ehemaligen Landesrat stehen. Kommunikationsgenie mit überregionalem (und überparteilichem) Netzwerk. 
  • Nachteile: Die (noch) am Ruder befindliche Nomenklatura würde ausrasten. Und: Dörflinger ist als Vorstand in einem Privatunternehmen erfolgreich und will - Zitat - "nimmer anstreifen bei der aktiven Politik".

Alois Sundl

  • Pluspunkte: Einer, der trotz erstaunlicher Karriere - vom Gewerkschaftssekretär zum Merkur-Generaldirektor - nicht vergessen hat woher er kommt. Bodenhaftung nennt man das. Starke Managementfähigkeit, ebenfalls gut vernetzt, nicht erst seit er als ORF-Kurator die Steiermark vertritt. 
  • Nachteile: Kommt, wie Franz Voves, aus der Merkur-Versicherung, das würd' sehr nach Erbfolge riechen. Ähnlich wie bei Dörflinger gilt: Sehr erfolgreich im Privatberuf, warum sollte er sich also die Politik antun?

Günther Kräuter

  • Pluspunkte: Der einzige Steirer, der auf roter Bundesebene "noch was ist". Als Generalsekretär ein solider, eloquenter Arbeiter, am Wiener Parkett rutschfest geworden. Gut vernetzt im Land. Und: Ganz unrecht wär' ihm eine Retourfahrkarte in die steirische Heimat (und nach ganz oben) sicherlich nicht. 
  • Nachteile: Mit dem "auf den Punkt bringen" hapert es ein bisserl, so mancher Genosse behauptet auch, Kräuter sei, wenn's ihn überkommt, "eine unlenkbare Rakete".

Josef "Beppo" Muchitsch

  • Pluspunkte: G'rader Mich'l, aus dem Volk für das Volk. Unermüdlich unterwegs - als Gewerkschafter (Chef Bau-Holz) und Parteisoldat. Einer der weiß, wie man mit den Leuten ins Gespräch kommt. Beste Kontakte zu den Sozialpartnern. 
  • Nachteile: Parteilinie ist ihm oft einmal, auf gut Steirisch gesagt, wurscht (was eigentlich kein Nachteil ist). Ein bisserl zu hohes "Kampfgewicht", daran müsste er arbeiten. Aber wer sagt eigentlich, dass eine rote Nummer eins stromlinienförmig gebaut sein muss...

"Steiermark Inoffiziell" von Gerhard Felbinger, "Steirerkrone"

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