26.05.2019 06:00 |

Rotkreuz-Jubiläum

Grazer retten seit 50 Jahren in der Freizeit Leben

Sie helfen und retten in ihrer Freizeit - und das seit 50 Jahren: Maria Mauerhofer und Herbert Janisch begannen 1969 beim Roten Kreuz in Graz und sind noch immer mit Leidenschaft als Fahrer tätig. Im „Krone“-Gespräch blicken sie zurück auf Tragödien, dankbare Mütter und Zeitgeschichte, die einen nicht kalt lässt.

30 Jahre ist es her, dass die Landkarte Europas neu gezeichnet wurde: Die DDR kollabierte, Tausende flüchteten über Ungarn in den Westen. „Als sie durch Österreich geschleust wurden, haben wir die Betreuung in den Bussen übernommen. Ich werde nie vergessen, wie die Menschen in Westdeutschland angekommen sind und freien Boden unter den Füßen gespürt haben“, sagt Maria Mauerhofer.

Ein gutes Vierteljahrhundert später prägten wieder Flüchtlinge das Land, diesmal kamen sie aus Ländern wie Syrien, Irak oder Afghanistan. „Ich war zweimal zehn Tage im Lager in Traiskirchen, das völlig überfüllt war“, blickt Herbert Janisch auf das Jahr 2015 zurück.

„Ich habe 48 Jahre angehängt“
Wer 50 Jahre ehrenamtlich beim Roten Kreuz arbeitet, hat viel zu erzählen. Der Grazer Janisch begann im Juli 1969 mit dem Rettungsdienst. „Ich wollte es zwei Jahre machen, jetzt habe ich 48 Jahre angehängt.“ Janisch arbeitete als Krankenpfleger auf der Grazer Herzchirurgie, war 26 Jahre lang auch bei der Flugrettung.

Auf dem Zettel stand Mama und Papa...
Ein Unfall blieb ihm besonders in Erinnerung: „Eine junge Mutter ist in Mooskirchen mit ihren zwei kleinen Kindern falsch auf die A 2 aufgefahren, mit einem Lkw kollidiert und gestorben. Im Wrack waren Zettel der Kinder, auf denen Mama und Papa stand. Dieses Bild hat sich bei mir eingeprägt.“

Es gibt aber auch viele positive Erlebnisse. Mauerhofer: „Eine Frau hat mir bei einer Veranstaltung dankbar ein Baby gezeigt und gesagt: ,Sie haben mich damals zur Geburt geführt und meine Hand gehalten.‘“

Freude über junge Kollegen
Die gebürtige Pöllauerin zog einst beruflich nach Graz. Nach einem Unfall in der Familie, bei dem niemand helfen konnte, machte sie die Erste-Hilfe-Ausbildung und blieb beim Roten Kreuz. Sie und Janisch freut es besonders, wenn sie mit jungen Kollegen unterwegs sind. Beide schwärmen von der Kameradschaft. Rotkreuz-Pension? Nicht doch, sie werden auch weiterhin Leben retten.

Jakob Traby
Jakob Traby
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