So, 19. Mai 2019
06.05.2019 18:31

GKB hegt große Pläne

In den Westen fährt man künftig elektrisch

Milliarden fließen – auch abseits von Semmering- und Koralmtunnel – in nächster Zeit ins steirische Bahnnetz. Ein wichtiges Regionalprojekt wurde gestern in Graz präsentiert: Um die Fahrgastzahlen (inklusive Busflotte) mittelfristig zu verdoppeln, will die GKB ihre 91 Streckenkilometer bis 2026 elektrifizieren.

6,14 Millionen Fahrgäste hat die Graz-Köflacher Bahn (GKB) im Vorjahr transportiert. „Wir nähern uns der Kapazitätsgrenze. In der Morgenspitze können wir keine weiteren Züge nach Graz hineinführen“, muss Generaldirektor Franz Weintögl konstatieren.

Doch das Unternehmen, dessen 26 Loks und Triebwagen mit Diesel fahren, hat eine Lösung: Elektrifizierung. Sie brächte ein ganzes Bündel an Vorteilen, so die Argumentation. „Allein in den ersten 30 Jahren könnten wir 480.000 Tonnen an CO2-Emissionen sparen“, rechnet GKB-Infrastrukturchef Gerald Klug vor.

Höhere Kapazitäten mit stärkeren E-Loks
Was neben dem Weltklima auch die Anrainer freuen dürfte: E-Motoren sind leiser. Am wichtigsten aber ist, dass sie viel schneller beschleunigen – was höhere Kapazitäten ermöglicht.

„Das hat mit der Eingleisigkeit der Strecken zu tun“, erklärt Peter Kronberger, Leiter des Eisenbahnbetriebs. Derzeit sind die 32 Bahnhöfe und Haltestellen zwischen Graz und Köflach bzw. Graz und Wies–Eibiswald so angeordnet, dass die Züge einander alle 15 Minuten in einem Bahnhof passieren. Steigt das Tempo, steigt der Takt.

„Die Alternative wäre ein zweigleisiger Ausbau“, so Kronberger, der bei E-Triebwagen zusätzlich den Vorteil stark verkürzter Fahrzeiten sieht. Nur 30 statt derzeit rund 45 Minuten soll etwa die Fahrt von Voitsberg nach Graz dauern.

Fertigstellung 2026 – noch vor der Koralmbahn
Bleibt die Frage nach den Kosten. 120 Millionen Euro sind für die Elektrifizierung der 91 Streckenkilometer nötig, rechnet Weintögl vor – noch ohne den Kauf neuer Triebwagen. Einiges könnte die GKB aus ihren Cargo-Töchtern LTE und Adria-Transport querfinanzieren, doch setzt man auch auf Hilfe von Land und Bund. Verkehrsminister Norbert Hofer sagte bereits zu, das nötige Geld zu „suchen“.

Baubeginn soll laut Plänen 2021 sein. Spätestens 2026, zeitnah zum Fertigwerden der Koralmbahn, wollen die GKB dann elektrisch von Graz aus in die Weststeiermark rollen.

GKB in Zahlen
13 Lokomotiven und 13 Triebwagen im Regelbetrieb
15 Doppelstockwagen im Einsatz
Mehr als 12,2 Mio. Fahrgäste p.a. (Bahn & Bus) davon 6,14 Mio. Fahrgäste nur auf der Schiene (Tendenz steigend)
Durchschnittliche Pünktlichkeit von 99,3%
Zufriedenheitswert von 1,44 (Schulnote vergeben nach unabhängiger Passagierbefragung)
Ca. 440 Mitarbeiter/innen (nur GKB)
Kernnetz der GKB: 91,256 km
ca. 100 Eisenbahnkreuzungen (werden sukzessive technisch gesichert)

Busbetrieb
25 Buslinien (Konzessionen)
37 modernste Linienbusse
2 Reisebusse / 2 Kleinbusse
1728 Bushaltestellen
1,8 Mio Buskilometer im Jahr

2,75 Milliarden Euro für steirische Bahnstrecken
Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) reiste am Montag mit Parteikollegen Mario Kunasek nach Hartberg, um über aktuelle Infrastruktur-Projekte für die Steiermark zu reden. Neuigkeiten wurden keine präsentiert, man sicherte noch einmal zu, nicht nur in das Straßennetz (S 7), sondern auch in Bahnstrecken zu investieren: „2,75 Milliarden Euro fließen bis 2023 in die Steiermark. Das ist ein wirklich riesiger Betrag.“

Matthias Wagner
Matthias Wagner
Barbara Winkler
Barbara Winkler

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