23.03.2010 10:22 |

Seefestspiele 2010

Serafin lässt den "Zarewitsch" in Mörbisch aufführen

"Der Zarewitsch" besucht den Neusiedler See – Franz Lehárs Operette in drei Akten steht heuer auf dem Programm der Seefestspiele Mörbisch und sorgt dabei schon im Vorfeld für Begeisterung bei Intendant Harald Serafin, seinem Leading Team, Darstellern und Politikern. Serafin zeigte sich bei der Präsentation der Details rund um die Aufführungen im kommenden Juli enthusiastisch darüber, "was mit Kultur machbar ist, wenn das kleine Burgenland im Sommer mehr als 700.000 Besucher anlockt."

Kulturlandesrat Helmut Bieler (SP) rechnete vor, "dass 417 Millionen Euro an Wertschöpfung aus Kultur im Burgenland nachgewiesen wurden. 10 Prozent davon kommen von den Seefestspielen Mörbisch." Auch Landeshauptmann-Stellvertreter Franz Steindl (VP) unterstrich, dass "Mörbisch nicht nur ein Kulturfaktor, sondern auch ein Wirtschaftsfaktor für das Land ist, weil gerade Kulturgenuss verbunden ist mit anderen Genüssen."

Serafin schwärmt von Hauptdarstellern
Schwärmend kam Serafin dann aber doch auf seine Hauptdarsteller und das Leading Team zu sprechen, sein "starkes Team", das "Der Zarewitsch" heuer ab 15. Juli auf die Seebühne bringen wird. Mit Stolz präsentierte er Staatsopern-Sängerin Alexandra Reinprecht als Sonja ("Schon vor Jahren habe ich zu ihr gesagt: Willst du nicht bei mir singen? Aber dann ging es im nächsten Sommer nicht und im übernächsten auch nicht. Ich bin froh, dass ich sie jetzt begeistern konnte.") und Tiberius Simu als Zarewitsch. Serafin selbst spielt den Großfürsten Ciro de Luca Bordolo: "Damit man ein Liebesduett nach dem anderen überhaupt erträgt, hat man Szenen mit ihm eingebaut."

Von seinem Regisseur Peter Lund, der auch für eine neue Fassung des "Zarewitsch"-Texts verantwortlich zeichnet, erwartet Serafin "viel Produktion für wenig Geld." Lund selbst erklärte, dass er "das Stück, das eigentlich für wenige Personen konzipiert ist, groß gemacht [habe]. Es wird ein großes Feldlager geben, den Kreml und ein Bernsteinzimmer. Wir werden die russische Pracht in der Weite zeigen. Und ich habe das Stück ernst genommen, wenn man das tut, ist es nicht kitschig, sondern sehr traurig." Auch die Rolle der Sonja habe er moderner gestaltet. Er habe "versucht, den Text auf die selbe Qualitätsebene zu bringen wie die Musik, die unbezahlbar ist."

Musikalische Leitung in neuen Händen
Die musikalische Leitung vertraut man nach dem Abgang von Rudolf Bibl heuer Wolfdieter Maurer an, der unter anderem bereits als Dirigent bei den Wiener Sängerknaben, im Stadttheater Klagenfurt und als Chefdirigent der Slowakischen Staatsoper Bratislava engagiert war. "Er begeistert mit seiner Schlagkraft und seinem Wissen um das Material", so Serafin, "nach einem Bibl kann man ja nicht irgendjemanden nehmen."

Parallel zu den Aufführungen des "Zarewitsch" gibt es auf der Seebühne heuer zwei eingemietete Konzerte, am 20. Juli treten "Schlagergiganten" wie Hansi Hinterseer auf, am 21. Juli folgt eine "Festa italiana" mit Umberto Tozzi und anderen. "Wir belächeln das nicht, denn es bringt Einnahmen, und wir müssen nicht traurig sein, dass die Bühne an einem schönen Sommerabend leerbleibt", meinte Serafin pragmatisch.

"Der Zarewitsch" wird – im Gegensatz zur Vorjahresproduktion – heuer auch vom ORF übertragen, der Termin steht noch nicht fest. 2011 zeigt man in Mörbisch "Der Zigeunerbaron".

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