20.04.2019 14:32 |

Schrieb „Kinderstudie“

Islamforscher Ednan Aslan von Uni Wien abgezogen

Ednan Aslan - bereits seit einigen Jahren wegen seiner Analysen zu islamischen Kindergärten in Wien in den Schlagzeilen - muss seinen Posten als Leiter des Islaminstituts der Wiener Universität räumen. Grund sei allerdings nicht jene Studie, die 2017 für Aufsehen sorgte, sondern „Mobbing“, heißt es.

Am betreffenden Institut für Islamisch-Theologische Studien sei von „grundlegendem Fehlverhalten, nicht zuletzt in der Personalführung“ die Rede, berichtet der „Standard“. Seitens des Rektorats spricht man bezüglich Personalentscheidungen offiziell lediglich von einer „Reorganisation des Instituts“ und einer „Übergangslösung“. Geleitet werde das Institut nun bis auf Weiteres von der Dekanin der Fakultät, Melanie Malzahn.

„Eben nicht alle gleich zufrieden“
Aslan selbst wird unter anderem mit den Worten zitiert, dass es normal sei, wenn „an einer Einrichtung nicht alle gleich zufrieden“ sind. Man suche nach „Orientierung“ und habe „intern viel geredet“. Den Mobbing-Vorwurf wies er zurück, er „glaube nicht, dass es an unserem Institut Mobbing gibt“.

Studie angeblich „nachgeschärft“
Die Studie von Aslan, die auf teils schwere Missstände in islamischen Kindergärten hingedeutet hatte, war früh in die Kritik geraten - so wurde dem Wissenschaftler vorgehalten, zu wenig Informationen über die Einrichtungen eingeholt zu haben. Weiters stand der Vorwurf im Raum, die letztlich 2017 veröffentlichte Studie könnte von Beamten des Außen- und Integrationsministeriums „nachgeschärft“ worden sein.

„Kein wissenschaftliches Fehlverhalten“
Sowohl der damalige Außen- und Integrationsminister Sebastian Kurz, der in der Studie einen Beleg für Parallelgesellschaften sah, wie auch Aslan selbst, hatten die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Ein externes Gutachten bescheinigte Aslan, dass obwohl die Studie Mängel aufweise, „im juristischen Sinn kein wissenschaftliches Fehlverhalten“ vorliege.

Einreiseverbot in der Türkei
Der österreichisch-türkische Professor (59) wurde eigenen Angaben zufolge von seinem Geburtsland Türkei inzwischen mit einem Einreiseverbot belegt - Aslan sieht die Begründung dafür in seinem „Eintreten für einen europäischen Islam“.

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