13.04.2019 09:00 |

Im Kühtai

Lawinenretter im Test: 51 Teams waren gefordert!

Ernstfalltraining für Hund und Herrchen! Die Bergrettung Tirol stellte im Kühtai eine Woche lang 51 Teams auf die harte Probe.

Aus bis zu zehn Meter Tiefe kann ein Hund noch den Geruch eines Menschen erfassen. Doch trotz dieser perfekten Voraussetzungen erfordert die Ausbildung eines Lawinensuchhunds hartes und konsequentes Training. Bei dem einwöchigen Aus- und Fortbildungskurs der Bergrettung Tirol mussten heuer 51 Duos ihr Können beweisen.

Das Kühtai eignet sich perfekt als Prüfungsfeld. „Bei guten Verhältnissen verwenden wir sogar Naturlawinen“, erklärt Martin Flossmann von der Lawinenhundestaffel Tirol. Die „Aufzuspürenden“ liegen unter einer echten Schneedecke versteckt, ausgestattet mit Funkgerät und Piepser.

Beide auf Prüfstand
Die Lawinenhunde können sich durch schnelles Auffinden und zielgerichtetes Graben beweisen. Ihre Herrchen haben komplexere Aufgaben zu bewältigen, so Flossmann, selbst Lawinenhundeführer: „Das reicht von taktischen Aufgaben über Umgang mit den VS-Geräten bis zu Erster Hilfe.“

Kein Team nahm die Prüfung gestern auf die leichte Schulter. Denn von dieser hing ab, ob sie überhaupt in der nächsten Saison tätig sein dürfen. Jedes Jahr schaffen es etwa zwei bis drei nicht, schätzt Flossmann.

Leben auf dem Spiel
Dass Tiroler Lawinenhundeführer zu den besten gehören, bewies vor kurzem Richard Pali aus St. Johann mit Hündin „Hazel“. Er wurde zum „Krone“-Sicherheitsheld des Jahres gekürt.

Trotzdem ist und bleibt die Prüfung der Teams hart. „Die Qualifikation muss einfach passen, immerhin sind sie oft die ersten am Einsatzort“, erklärt Flossmann. Im Winter gäbe es teilweise bis zu 14 Einsätze täglich. Er stellt klar: „Das ist kein Spiel, es geht hier um Menschenleben.“

Mirjana Mihajlovic
Mirjana Mihajlovic
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