29.03.2019 16:29 |

Festakt in Graz

Neuer Kommandant: „Es geht an die Substanz“

Mit der Heeresgliederung 2019 ändern sich auch die Spitzenstrukturen: Nach der Zusammenlegung von Land- und Luftstreitkräften in ein Kommando übernimmt Generalleutnant Franz Reißner den Befehl über das neue Kommando Streitkräfte - „übermalt“ wurde der Festakt in Graz vom Eurofighter-Überflug. Reißner äußerst sich auch zu den fehlenden Mitteln im Heer: „Es geht an die Substanz“

Die Kommandoübergabe erfolgte durch Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) am Freitagnachmittag in der Belgierkaserne in einem großen Festakt auf dem vollen Antreteplatz der Kaserne - eine Ehrenkompanie der Garde aus Wien ist in den Bundesländern selten zu sehen. Zur Feier des Tages donnerten auch zwei von Süden kommende Eurofighter des Bundesheeres über die westlichen Grazer Stadtbezirke.

Mit der Zusammenführung der Kommanden über die Luft- bzw. die Landstreitkräfte soll ein optimales Zusammenwirken für Einsätze im In- und Ausland erreicht werden. Dazu soll die Vereinfachung von Verwaltungsabläufen kommen.

Generalleutnant Reißner, der seit Dezember 2012 bereits das Kommando Landstreitkräfte geführt hat, übernahm somit - übrigens knapp vor seinem 62. Geburtstag am 27. April - die Führung von 24 direkt unterstellten Brigaden, Bataillonen und Dienststellen. Das neue Kommando Streitkräfte vereint im Wesentlichen das frühere Kommando Landstreitkräfte in Graz, das Kommando Luftstreitkräfte in Salzburg und Teile des ehemaligen Kommandos Führungsunterstützung und Cyber Defense.

„Es geht um die Substanz“
Reißner äußerte sich am Rande der Kommandoübergabe in Graz positiv zu den von Generalstabschef Robert Brieger geforderten besseren Bedingungen für das Heer: „Ich wünsche mir, dass die Argumente gehört werden.“ Die Kritik an den fehlenden Mitteln teile er selbstverständlich: „Es geht um die Substanz.“

Es gehe ja nicht nur darum, mehr Geld zu fordern, sagte Reißner angesichts der langjährigen Einsparungen im Bundesheer-Bereich. „Der Großteil der Kfz-Flotte wurde zwischen 1973 und 1983 angeschafft, das sind 40 Jahre, die meisten Fahrzeuge waren oder sind am Ende ihrer Lebensdauer. Die meisten Luftfahrzeuge, bis auf die Eurofighter und die Blackhawk-Helikopter, sind bis zu 50 Jahre alt. Bei den AB212-Hubschrauber hatten wir zum Glück ein Upgrade-Programm,“ zählte Reißer auf. „Es wird Entscheidungen geben müssen.“

Ende der 1980er habe das Verteidigungsbudget 1 bis 1,1 Prozent betragen und das sei damals schon nicht ausreichend gewesen. Heute habe man gerade die Hälfte, das gehe wirklich an die Substanz, sagte Reißner, der rund 20.000 Berufssoldaten, Wehrpflichtige und Zivilbedienstete direkt führt, in 24 Verbänden und 15 Auslandseinsätzen (derzeit 1.015 Soldaten). Das Bundesheer bezeichnete er als den „komplexesten Betrieb Österreichs“.

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