18.03.2019 14:30 |

Auf der Loipe

Verletzte (71) wartete ewig auf Heli-Bergung

Schwer verletzt und voller Schmerzen musste am Sonntag eine 71-Jährige in Leutasch (Tirol) eine gefühlte Ewigkeit auf Hilfe aus der Luft warten, nachdem sie beim Langlaufen gestürzt war. Die Loipenretter waren zwar rasch zur Stelle, Helikopter aber anderweitig im Einsatz. Ein Rettungswagen wurde storniert - und nicht nachalarmiert.

Sonnenschein und traumhafte Temperaturen lockten am Sonntag wieder viele Freizeitsportler in die Natur – so wie auch eine 71-jährige Innsbruckerin. Der Langlauf-Ausflug in der Leutasch endete für die Rentnerin aber fatal! Kurz vor 12 Uhr stürzte sie in einer stark vereisten – laut Zeugen gemeingefährlichen – Unterführung und blieb schwer verletzt liegen. „Krone“-Redakteur Peter Freiberger war einer derjenigen, der zufällig vor Ort war und ihr zur Hilfe eilte.

„Hubschrauber ist schneller!“
„Um 11.53 Uhr wurde der Notruf abgegeben, rund 15 Minuten später war die Loipenrettung da. Die Helfer fragten die Frau schließlich, ob sie lieber mit der Rettung oder mit dem Hubschrauber in die Klinik nach Innsbruck gebracht werden will. Die Verletzte entschied sich für Zweiteres. Weil ihr gesagt wurde, dass dies schneller gehe“, schildert Freiberger.

Rotes Kreuz kehrte um
Hätte die 71-Jährige zu diesem Zeitpunkt gewusst, was ihr in der Folge blühen wird, hätte sie sich wohl anders entschieden. „Ein Notarzthelikopter war bereits im Anflug, er wurde jedoch plötzlich zu einem anderen Notfall abgezogen. Und ein zweiter Hubschrauber musste erst einen anderen Patienten nach Garmisch fliegen.“ Die Verletzte musste also weiter ausharren. „Besonders unverständlich war“, ergänzt Freiberger, „dass das Rote Kreuz schon mit einem Wagen unterwegs war und einen Kilometer vor der Unfallstelle wieder umkehren musste. Die Anforderung wurde storniert, weil ja ein Hubschrauber hinzugezogen worden war“. Dieser ließ aber weiter auf sich warten – letztendlich sei der C 1 erst um etwa 13.10 Uhr gelandet – eine Zeit, zu der die Frau eigentlich schon mit der Rettung in der Klinik hätte sein können ...

Notfall kam dazwischen
Seitens der Leitstelle hieß es dazu: „Die Loipenrettung war ständig bei der Frau. Aufgrund des Verletzungsschemas, das uns gemeldet wurde, hatte der Einsatz nicht oberste Priorität. Der Helikopter ,Martin 2’ wurde während des Anfluges zu einem Notfall abgezogen. Der C 1 war auch gebunden und traf unseres Wissens etwa 40 bis 50 Minuten nach der Anforderung ein.“

Ob 50 Minuten oder mehr, für die Verletzte war es wohl eine Ewigkeit. Bleibt zu hoffen, dass sie bald wieder auf die Beine kommt.

Peter Freiberger
Peter Freiberger
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