09.03.2019 06:15 |

Salzburg History

Hitlers Klavier ist im Kloster

Adolf Hitlers Gräueltaten sind bekannt, ebenso dass er ein mäßig begabter Maler war. Weniger im Gedächtnis ist, dass er auch Klavier spielte, wenn auch schlecht. Sein Bechstein-Flügel vom Obersalzberg steht seit langem in Salzburg. Im Franziskanerkloster, das heute zur Besichtigung einlädt.

Er ist ziemlich ramponiert und manchmal singt der Kloster-Chor direkt neben dem Klavier: Wie das Klavier vom Obersalzburger nach Salzburg kam? Die amerikanischen GIs transportierten das Klavier vermutlich bald einmal nach Salzburg ab, wo sie ja ihr Hauptquartier hatten und es hier offenbar für Unterhaltungszwecke nutzten.

Hitler wurde durch die Familie Bechstein, sie ist heute noch größter europäischer Klavierhersteller, auf den Obersalzberg aufmerksam: Die Familie Bechstein hatte vor Hitler dort ihr Feriendomizil. Die 1951 in Berchtesgaden verstorbene Hildegard Bechstein war eine großzügige Gönnerin und förderte Hitler: Große Geldgeschenke und wohl auch das Klavier kamen von ihr.

Im Gegenzug soll ihr Hitler das Original-Manuskript seines Hetz-Buches „Mein Kampf“ überlassen haben.

Die US-Soldaten erbeuteten am Berghof auch Berge von Schallplatten, daran erinnert sich die Salzburgerin Elisabeth Kalhammer, die als Stubenmädchen bei Hitler arbeitete: „Die in rotem Samt eingeschlagenen Platten landeten alle im Hotel Bristol, wo sich die Amerikaner einquartiert hatten.“ Wo Elisabeth Kalhammer 20 Jahre den gleichen Job machte wie am Berghof: Stubenmädchen.

Heute, am Internationalen Welttag der Fremdenführer, laden die Austrian Guides die Salzburger zu Besichtigung ins Franziskanerkloster ein. Ihre Sprecherin Inez Reichl: „Ab 8.30 Uhr kann man kommen, freiwillige Spenden zu Turm-Sanierung freuen uns.“ Hitlers Klavier wird nicht gezeigt.

Wolfgang Weber
Wolfgang Weber

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