05.03.2019 14:15 |

Landesgeologe warnt

Schneeschmelze bringt Muren und Felsstürze

Kalte Temperaturen in der Nacht, warmes Wetter am Tag – der Frost-Tau-Wechsel und die frühlingshafte Strömung begünstigen die Schneeschmelze und damit auch Naturereignisse wie Felsstürze und Murenabgänge. In Bramberg, Bruck und Eben kam es zu Beschädigungen, es gab aber glücklicherweise keine Verletzten.

Die Serie begann in Bruck: Dort löste sich aus einem Hang hinter der Pension Glocknerhof ein 50 Kubikmeter großer Fels. Das Gestein rollte bis zum hinteren Anbau und teilweise in den Garten. „Es besteht im Moment keine akute Gefahr für das Gebäude. Ich erwarte aber einen Nachsturz. Da können noch drei bis vier Kubikmeter runter kommen“, so Landesgeologe Ludwig Fegerl nach einem Lokalaugenschein. „Der Gartenbereich muss bis auf weiteres abgesperrt werden. Außerdem werden wir vergitterte Fenster und eine Verstärkung der Hausrückseite fordern“, so Fegerl.

Das Betreiberpaar aus Tschechien zeigte sich angesichts der Expertise halbwegs beruhigt. „Wir haben eine Schülergruppe, die hier Ski fährt, im Haus. Niemandem ist etwas passiert.“ Das Ehepaar führt den Betrieb seit mehr als zehn Jahren. „Im Winter kommen viele Schulklassen, im Sommer Radfahrer und Wanderer.“

Erdrutsch verlegte Hauptstraße in Eben
In der Gemeinde Eben verlegte dann am späten Sonntagabend gegen 23 Uhr eine Mure die Filzmooser Landesstraße im Bereich Schattbach auf einer Länge von acht Metern. Schutt und Geröll türmten sich bis zu einen Meter hoch. Noch in der Nacht begann die Feuerwehr mit den Aufräumarbeiten. Die Straße war am Montag ab den Morgenstunden zumindest wieder einspurig befahrbar.

Auch die Dientner Landesstraße, die am Sonntagnachmittag von einer Mure teilweise verlegt wurde, ist wieder frei befahrbar.

Privates Kraftwerk schwer beschädigt
Zum bislang letzten Vorfall kam es Montagfrüh im Bramberger Ortsteil Mühlbach. Dort verlegte ein Felssturz den Talweg, eine private Forststraße. Schweren Schaden richteten die Gesteinsbrocken an einem privaten Wasserkraftwerk an, verletzt wurde niemand.

Erst vor wenigen Tagen sorgte ein Felssturz in Gastein, entlang der Karl-Heinrich-Waggerl-Straße, für Aufregung. Dabei wurde aber „nur“ der Gehweg verlegt. „Es gibt keine Hinweise auf weitere Großereignisse, also gröbere Felsstürze und Muren. Es ist aber Vorsicht geboten. Der angekündigte Regen wird die Schneeschmelze noch beschleunigen“, warnt Fegerl.

Manuela Kappes
Manuela Kappes

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