05.03.2019 07:32 |

Sie leiden still

Tierpathologe: Wir lieben unsere Haustiere zu Tode

Die brisanten Erkenntnisse eines deutschen Tierpathologen könnten vielen Haustierliebhabern Sorge bereiten: Achim Gruber kritisiert die überbordende Liebe, die viele Menschen ihren vierbeinigen Freunden entgegenbringen. In seinem Buch „Das Kuscheltier-Drama“ erklärt er, dass Hund und Katze oft still unter der übermäßigen Zuneigung ihrer Frauchen und Herrchen sowie unter Vermenschlichung leiden.

Der Hund als bester Freund, die Katze als Kinderersatz - vermutlich hat jeder in seinem Freundes- oder Bekanntenkreis ein Beispiel eines Menschen, der sein Haustier mit Liebe überschüttet und wie einen Zweibeiner behandelt. Ein prominentes Exempel ist der vor Kurzem verstorbene Modeschöpfer Karl Lagerfeld, der seine Mietze „Choupette“ als seine Muse verehrte und ihr sogar ein kleines Vermögen hinterließ.

Experte: „Wir nehmen Tieren die Natur“
Doch wie geht es den Haustieren damit, dass man ständig mit ihnen kuscheln und spielen will? „Wir machen unsere Haustiere zu Opfern“, wird Tierpathologe Achim Gruber von „Focus“ zitiert. „Sie werden so vermenschlicht, dass wir ihnen die Natur nehmen.“ Dagegen wehren könnten sie nicht - sie würden vielmehr still leiden.

Das fange mit dem Aussehen der Tiere an. Rassen wie Möpse oder französische Bulldoggen wurden gezielt so gezüchtet, dass sie menschlichere Züge aufweisen, erklärt dazu Lothar Hellfritsch, der ehemalige Präsident des Berufsverbandes Deutscher Psychologen: „Normalerweise hat ein Hund einen langen Schädel, eine schlanke, große Nase und Augenhöhlen, die schräg nach außen stehen.“ Doch diese Rassen hätten eine kurze Schnauze, hohe Stirn und Augen, die nach vorne blicken - das seien sogenannte Defektzuchten. Die Tiere hätten dadurch Probleme beim Atmen.

Auch den Trend, Hund und Katze vegetarisch zu ernähren, hält der Buchautor für problematisch. Oft würden Menschen zudem das Verhalten von Tieren falsch interpretieren. In seinem Buch beschreibt er den tragischen Fall einer Hundehalterin, deren Bulldogge in ihren Armen erstickte. Sie dachte jedoch, beim Todeskampf des Vierbeiners handle sich um ein Zeichen der Zuneigung …

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