15.02.2019 11:38 |

„Quotenschwarzer“

Saft-Hersteller reagiert auf Rassismus-Vorwurf

Mit seinen umstrittenen Werbeaktionen hat der Smoothie-Hersteller True Fruits schon häufig für Kontroversen gesorgt. Jetzt nahm das Unternehmen sogar eine Flasche aus dem Sortiment, nachdem die Kritik immer lauter geworden war. Doch die Erklärung dazu polarisiert erneut.

Der „Humor“ des Getränkeherstellers kam nicht bei vielen Menschen gut an: So bewarb das Unternehmen etwa ein Getränk in einer schwarzen Flasche mit dem Werbeslogan „Unser Quotenschwarzer“ und „Schafft es selten über die Grenze“, woraufhin im Netz Rassismus-Vorwürfe laut wurden. Die entsprechenden Smoothies hat True Fruits jetzt deswegen aus dem Sortiment genommen. Die Erklärung dazu sorgte allerdings für erneuten Zündstoff.

„Fehlinterpretationen nerven“
Mit dem Smoothie habe man in der Vergangenheit „viel Ärger gehabt“. Deswegen nehme man ihn aus dem Sortiment, so der Smoothie-Hersteller auf Instagram. Die „ständigen Fehlinterpretationen“ würden dem Unternehmen auf die Nerven gehen. Den Post auf Instagram beendet True Fruits mit Hashtags wie #onceyougoblackamarsch oder #dasschwarzeschafderfamilie. Einsicht oder eine Entschuldigung suchen Kritiker des Unternehmens in dem Statement vergebens.

User kritisieren: „Unterste Schublade“
Viele User werfen dem Hersteller vor, mit rassistischen Andeutungen zu spielen. „Traurig, wie ihr die berechtigte Kritik noch versucht ins Lächerliche zu ziehen“, kommentiert ein Instagram-Nutzer den Beitrag. „Mit rassistischen Sprüchen wie ,Unser Quotenschwarzer’ zu werben, ist ganz klar unterste Schublade“, schreibt eine andere Person. Viele User erklärten auch, die Firma nicht mehr unterstützen und keine True-Fruit-Smoothies mehr kaufen zu wollen.

Unternehmen verteidigt Slogans
Auf Facebook setzte das Unternehmen am Donnertag noch einen drauf und veröffentlichte ein umfassendes Statement. Darin erklärte es, dass Slogans aus dem Jahr 2017 wie etwa „Noch mehr Flaschen aus dem Ausland“ eine Kritik an der „rechts angehauchten Politik Österreichs und die mögliche Schließung des Brenner Passes“, sei. Oder der Slogan „Bei uns kannst Du kein Braun wählen“, dahingehend zu verstehen sei, dass keine ihrer Flaschen braun sei. Man spiele zwar mit sexuellen Doppeldeutigkeiten, aber „ernsthaft zu glauben, dass ein öffentliches Unternehmen unserer Größe Interesse daran haben könnte, rassistische Propaganda zu betreiben, um daraus Kapital zu schlagen“, zeuge von „wenig Geistesschmalz“.

Werbung wird „für Dumme“ zukünftig gekennzeichnet
Auch in Zukunft werde das Unternehmen Werbung machen „die ein gewisses Maß an Intelligenz und Humor voraussetzen wird“, heißt es in dem Facebook-Beitrag weiter. True Fruits habe sich konstruktiv mit der Kritik auseinandergesetzt und werde zukünftig jegliche Kommunikation „zum Schutz einer vermeintlichen Minderheit (den Dummen) mit dem Warnhinweis ‚Achtung, diese Werbung könnte von dummen Menschen missverstanden werden!‘ kennzeichnen", heißt es weiter.

 krone.at
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