11.02.2019 06:00 |

Graz 2014 und 2018

Flüchtlingskrise: Klare Folgen im Sozialsystem

Wie groß die Auswirkungen der Flüchtlingskrise von 2015 auf das Sozialsystem tatsächlich sind, zeigen die neuesten Zahlen aus Graz. Während der Anteil der österreichischen Bezieher seit Ende 2014 enorm gesunken ist, ist jener der ausländischen bzw. asylberechtigten enorm gestiegen. Insgesamt gibt es weniger Bezieher.

Die Grazer Vergleichszahlen von Dezember 2014 und Dezember 2018 im Überblick:

  • Beim Anteil der österreichischen Bezieher gibt es einen Rückgang von 31,2 Prozent auf 3671 Personen in der Mindestsicherung.
  • Der Anteil der Drittstaatsangehörigen in der Mindestsicherung ist im gleichen Zeitraum aber um 35,6 Prozent auf 4485 Bezieher gestiegen. Und zwar insbesondere bei den Asylberechtigten; dazu später.
  • Der Anteil von EU-Bürgern ist um einen Prozent auf 510 Personen nur ganz leicht gestiegen.
  • Insgesamt gibt es seit Dezember 2014 einen Rückgang der Mindestsicherungsbezieher von 5,3 Prozent.

Mehr Sozialhilfe für Ausländer
Der Grazer VP-Sozialstadtrat Kurt Hohensinner konstatiert, dassdie Flüchtlingskrise ganz klar ihren Niederschlag im Grazer Sozialsystem gefunden habe.

38,5 Millionen Euro wurden inder steirischen Landeshauptstadtim Vorjahr für die Mindestsicherung aufgewendet. Davon gingen 17,7 Millionen Euro an Österreicher und 20,8 Millionen an Ausländer - und zwar zum überwiegenden Teil an Asylberechtigte.

Rekordanteil im Dezember 2018
Deren Anteil in der Grazer Mindestsicherung steigt seit einigen Jahren kontinuierlich und liegt per Dezember 2018 bei 44,9 Prozent - ein Rekord. Zum Vergleich: Der Anteil der Asylberechtigten ist allein von Dezember 2017 bis Dezember 2018 um 10,1 Prozent angewachsen. 42,4 Prozent der Grazer Mindestsicherungsbezieher sind Österreicher, der Rest von 12,7 Prozent entfällt auf EU-Bürger und Drittstaatsangehörige.

Sozialstadtrat Hohensinner betont einmal mehr, wie nötig die von Schwarz-Blau im Bund geplante Reform der Mindestsicherung sei: „Das jetzige System, in dem Menschen Sozialhilfe bekommen, die nie ins System eingezahlt haben, ist einfach nicht fair.“

Gerald Richter
Gerald Richter
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