29.01.2019 08:00 |

Regeln einhalten

Gefahren auf der Piste: Übermut und Aggressionen

Tödliche Kollisionen, verheerende Fahrfehler und teils aggressives Verhalten: Skipisten sind nicht nur Ort des Glücks, sondern all zu oft auch Unfall- und Tatort. Dabei gibt es zehn Regeln der „Federation Internationale de Ski“ (FIS), durch deren Einhaltung viele Unfälle vermieden werden könnten. Aber auch mehr Gelassenheit und Ruhe sollte wieder mit auf den Berg.

Ausgeschlagene Zähne, eine geprellte Nase, ein gestohlenes Handy: Immer wieder kommt es auf Skipisten zu Auseinandersetzungen, die mitunter handgreiflich enden – die „Krone“ berichtete. Die gute Nachricht vorweg: Zugenommen haben die Aggressionen laut Polizeisprecher Stefan Eder nicht. Gleichzeitig sind in manchen Regionen die Pisten aber so voll wie nie zuvor. Umso wichtiger wäre es, dass sich alle Wintersportler auch an die „Verkehrsregeln“ halten.

Prävention statt Strafen
„Viele Skifahrer sind aber viel zu schnell auf den vollen Pisten unterwegs. Ihr Fahrverhalten ist häufig weder an Können noch an Verhältnisse angepasst“, schildert Stefan Hochstaffl, Präsident der Österreichischen Bergrettung. Von Strafen hält der Bergretter trotzdem nichts. Die Zauberwörter in diesem Fall: Prävention und Bewusstseinsbildung. Das habe mit den Helmen auch gut geklappt. Denn auch ohne Einführung einer Pflicht sieht man heute kaum noch Sportler ohne Kopfschutz.

Regeln ergeben sich durch Hausverstand
Aber was beinhalten die Pistenregeln? „Grundsätzlich alles das, was einem auch der Hausverstand sagt“, erklärt Hochstaffl. Das heißt, man sollte sich so verhalten, dass man niemand anderen gefährdet oder schädigt, beim Überholen genug Raum lassen, oder etwa Geschwindigkeit und Fahrweise auf Können, Verhältnisse und Dichte anpassen. „Auf einer vollen Autobahn rast man ja auch nicht“, sagt der Präsident der Bergrettung.

Im Falle eines Unfalls gilt Ausweispflicht
Bei Unfällen ist zudem jeder Wintersportler zu Hilfeleistung verpflichtet. Leider kommt es aber auch immer wieder zu Fahrerflucht, wie vergangenen Freitag in Brixen im Thale. Nach einer Kollision blieb der Zweitbeteiligte zwar so lange vor Ort, bis die Rettung eintraf, flüchtete danach aber ohne die Daten zu hinterlassen. Aber auch das ist Pflicht – und zwar für jeden Unfallbeteiligten, ob verantwortlich oder nicht. Im genanntem Fall soll es sich laut Polizeimeldung sogar um einen Skilehrer handeln. Aber auch hier gibt es eine positive Nachricht: Laut Eder gingen die Fälle von Fahrerflucht in den vergangenen fünf Jahren zurück.

Die FIS-Pistenregeln

Rücksichtnahme auf andere Skifahrer: Jeder muss sich so verhalten, dass er niemand anderen gefährdet oder schädigt.

Geschwindigkeit und Fahrweise auf Können, Verhältnisse und Dichte anpassen. Jeder Skifahrer muss auf Sicht fahren.

Wahl der Fahrspur: Der von hinten Kommende muss seine Fahrspur so wählen, dass er Skifahrer vor sich nicht gefährdet.

Überholen: Dem überholten Skifahrer genügend Raum für seine Bewegungen lassen.

Einfahren und Anfahren: Vor dem Losfahren nach oben und unten vergewissern, ob auch wirklich keine Gefahr besteht.

Anhalten: Enge oder unübersichtliche Stellen zum Anhalten vermeiden - nach einem Sturz so schnell wie möglich räumen.

Aufstieg und Abfahrt: Ein Skifahrer, der aufsteigt oder zu Fuß absteigt, muss den Rand der Abfahrt benutzen.

Jeder Skifahrer muss Markierung und Zeichen beachten.

Hilfe: Bei Unfällen ist jeder zur Hilfeleistung verpflichtet.

Ausweispflicht: Jeder Skifahrer, ob Zeuge oder Beteiligter, ob verantwortlich oder nicht, muss im Falle eines Unfalles seine Personalien angeben.

Anna Haselwanter
Anna Haselwanter
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