28.01.2019 11:02 |

Starke Kandidatinnen

Volle Frauenpower für die EU-Wahl

Mit der pinken Neo-Politikerin Karin Feldinger aus Elsbethen gibt es seit dem Wochenende neben ÖVP-Staatssekretärin Karoline Edtstadler eine zweite Salzburgerin, die realistische Chancen hat, nach der Wahl am 26. Mai ins nächste EU-Parlament einzuziehen (siehe Salzburgerin will ins EU-Parlament).

„Das kam für mich völlig überraschend“, sagt Feldinger über ihre Nominierung als EU-Kandidatin der NEOS. Hinter Spitzenkandidatin Claudia Gamon wurde sie am Samstag auf Platz zwei der pinken Liste gewählt. „Ich habe einfach meine Geschichte erzählt“, so die 43-Jährige über die interne Vorwahl. Und diese Geschichte hat es in sich: Zehn Jahre lang lebte die gebürtige Salzburgerin in Großbritannien und vertrieb dort Bio-Produkte aus Österreich. Nach einer privaten Trennung kehrte sie mit ihrer Tochter Autumn (10) nach Salzburg zurück.

Brexit-Abstimmung war ein prägendes Erlebnis

Die Brexit-Abstimmung im Juni 2016 war für Feldinger ein einschneidendes Erlebnis: „Ich durfte ja nicht abstimmen. Ich habe aber persönlich so viel Schlechtes erlebt. Da wurde ein Ventil für Aggressionen geöffnet. Ich komme aus einem EU-Land, das bald keines mehr ist, und will in Österreich einfach erzählen, welche Ängste und Chaos das ausgelöst hat.“

Die EU-Wahl findet erst am 26. Mai statt. Dennoch ist Feldinger bereits voll im Wahlkampf. Sie ist nämlich auch Bürgermeisterkandidatin der Unabhängigen Liste Elsbethen, die trotz ihres Namens den Grünen nahe steht – kein Widerspruch, wie sie findet. Das Mandat auf Gemeindeebene will sie auch behalten, falls sie nach Brüssel gewählt wird.

Die NEOS stellen derzeit mit Angelika Mlinar eine EU-Abgeordnete. Das große Wahlziel ist ein zweites Mandat. Dazu sind 10,5 Prozent der Stimmen notwendig. Bei der jüngsten Europawahl 2014 kamen die Pinken auf 8,1 Prozent.

Edtstadler wird auch als Kommissarin gehandelt

Sollte Feldinger das Wahlziel schaffen, wäre sie neben Karoline Edtstadler die zweite Salzburgerin in Brüssel. Die ÖVP-Staatssekretärin im Innenministerium steht auf Platz zwei der türkisen Liste und wird sogar als mögliche EU-Kommissarin gehandelt.

Auch für sie spielen die Gemeindewahlen in Salzburg am 10. März eine große Rolle. Sie will die Salzburger ÖVP unterstützen, braucht aber in weiterer Folge jede Hilfe aus Salzburg. Denn ÖVP-Chef Sebastian Kurz hat seiner Partei einen beinharten Vorzugsstimmen-Wahlkampf verordnet, der die Liste völlig durcheinander wirbeln könnte.

Edtstadlers Kandidatur besiegelt gleichzeitig das Ende einer weiteren Salzburgerin: Claudia Schmidt, seit 2014 in Brüssel, musste ihre Kandidatur für die EU-Wahl zurückziehen (siehe Claudia Schmidt: „Ich bin maßlos enttäuscht“).

Wolfgang Fürweger
Wolfgang Fürweger
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