So, 17. Februar 2019
24.01.2019 08:00

Bilanz für 2018

Tirol: Raserei auf Straßen Todesursache Nummer 1

4000 Unfälle, 4800 Verletzte und 36 Todesopfer: Das ist in groben Zügen die Tiroler Verkehrsbilanz für das Jahr 2018, die am Mittwoch in Innsbruck präsentiert wurde. Im langjährigen Vergleich gab es nur 2017 und 2014 weniger Tote auf den Straßen. Hoch war der Blutzoll beim Motorradverkehr. 15 Biker starben, 14 davon waren Ausländer. Unfallursache Nummer eins war Raserei.

„36 Verkehrstote bedeuten zwar den drittniedrigsten Wert für Tirol seit Bestehen der statistischen Aufzeichnungen, der 2017 erzielte historische Tiefstwert von 29 konnte jedoch leider nicht mehr erreicht werden“, erklärte Landespolizeichef Helmut Tomac.

Es könnte aber durchaus schlimmer sein. Denn die Zahl der Todesopfer war in der Vergangenheit schon deutlich höher – etwa im Jahr 2002, wo noch sage und schreibe 100 Verkehrsteilnehmer in Tirol starben.

Die interessantesten Details der Vorjahres-Bilanz

  • 2018 ereigneten sich hierzulande insgesamt an die 4000 Verkehrsunfälle. Das sind zwar weniger als noch 2017 (4031), aber jeweils mehr als in den neun Jahren zuvor. Den Spitzenwert gab es 2003 mit 4474 Unfällen.
  • Erfreulich: Die Zahl der Verletzten ging nach Anstiegen in den Vorjahren wieder zurück und lag nunmehr bei rund 4800 (- 5 Prozent).
  • Bei insgesamt 33 Unfällen gab es insgesamt 36 Todesopfer zu beklagen. Bei den meisten tödlich Verunglückten handelte es sich um Motorradfahrer (15 bzw. 42%), gefolgt von Pkw-Insassen (12 bzw. 33%), Fußgänger (5 bzw. 14%) und Fahrradlenker (4 bzw. 11%). Bei letzterer Personengruppe waren drei Opfer mit einem E-Bike unterwegs.

Hohes Tempo verdrängte Ablenkung auf Rang zwei

  • Nach 2017 war auch im Vorjahr die Hauptursache von tödlichen Verkehrsunfällen überhöhte Geschwindigkeit (31%). In den Jahren zuvor war es meist Unachtsamkeit und Ablenkung. Diese Rubrik nimmt nun mit 21 Prozent den zweiten Rang ein. An dritter Stelle steht Vorrangsverletzung.
  • Die meisten tödlichen Unfälle gab es im Bezirk Kufstein mit acht an der Zahl. Es folgen die Bezirke Landeck (6), Reutte und Schwaz (je 4), Imst, Innsbruck-Stadt, Innsbruck-Land und Lienz (je 3). Die wenigsten Toten wurden im Bezirk Kitzbühel (2) verzeichnet.
  • Hinsichtlich des Geschlechts sind deutlich mehr Männer (29) tödlich verunglückt als Frauen (7). Bei 20 Opfern handelte es sich um Ausländer. Interessant beim Motorradverkehr: Von den 15 verstorbenen Bikern stammten 14 aus dem Ausland, elf waren Deutsche.
  • Die meisten Todesopfer sind der Altersklasse 61-70 Jahre zuzuordnen, gefolgt von den 21- bis 30-Jährigen.
  • 20 Verkehrsteilnehmer mussten auf Bundesstraßen ihr Leben lassen, sechs auf Landes- und vier auf Gemeindestraßen. Drei Tote gab es auf den Autobahnen. Die übrigen drei fallen in die Kategorie „Sonstiges“.
  • Der Großteil der tödlichen Unfälle, nämlich 26, ereigneten sich untertags zwischen 9 und 17 Uhr.

544.340 Tempo- und 3254 Alkohol-Sünder
Weitere Details zur Verkehrsüberwachung:

  • Alles in allem verzeichnete die Tiroler Polizei im abgelaufenen Jahr 544.340 Geschwindigkeitsdelikte.
  • 183.256 Alkohol-Tests wurden durchgeführt. 3254 davon waren positiv (1,8%). In zwei Drittel der Fälle wurde der Wert von 0,8 Promille erreicht, überschritten oder der Test verweigert. 38 Personen wurden als Drogen-Lenker enttarnt.
  • 15.400 Fahrzeuglenker wurden erwischt, die einen zu geringen Sicherheitsabstand gehalten haben.
  • Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung: Dieses Delikt wurde 10.614 Fahrern zum Verhängnis.
  • Beim Schwerverkehr gab es etwa 17.300 Delikte wegen Missachtung der Lenk- und Ruhezeiten. In 11.941 Fällen waren Transporter überladen, 8155 Lkw wiesen technische Mängel auf.
Hubert Rauth
Hubert Rauth

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