22.01.2019 07:40 |

Auf nach Europa

Edtstadler: „Sie dürfen mir gerne gratulieren!“

Der ÖVP-Bundesvorstand segnete am Montag einstimmig die Liste für die EU-Wahl im Mai ab (siehe Seite 2). Nummer zwei ist die Salzburgerin Karoline Edtstadler, derzeit Staatssekretärin im Innenministerium, die auch als mögliche Kommissarin gehandelt wird. Die „Krone“ sprach mit ihr über die neue Aufgabe.

„Selbstverständlich dürfen Sie mir gratulieren. Es geht darum, starke Persönlichkeiten in Brüssel zu haben.“ Das sagt Edtstadler auf die Frage, ob sie nach Brüssel abgeschoben wird oder ob man ihr zu einer Beförderung gratulieren dürfe.

Die 37-jährige betont, Vertreterin einer Generation zu sein, die mit dem „Projekt Europa“ aufgewachsen ist: „Ich bin eine glühende Europäerin und stehe für ein starkes Europa, das aber auch auf Subsidiarität setzt.“ Sprich: Die Mitgliedsstaaten sollen nicht alle Kompetenzen nach Brüssel abgeben müssen.

Im Wahlkampf wird Edt-stadler auch „für ein Europa stehen, das nach außen hin stark ist“. Gleichzeitig trete sie für eine „konsequente Migrationspolitik“ ein: „Wir haben alle nichts davon, wenn Menschen im Mittelmeer sterben und die Schlepper entscheiden, wer nach Europa kommt.“

Zu Kommissars-Job will Edtstadler nichts sagen

Ihr Amt als Staatssekretärin will die gelernte Richterin erst nach der EU-Wahl am 26. Mai aufgeben. Bis dahin wolle sie die „Task Force Strafrecht“ fertigbringen, eine Gesamtnovelle der Materie. „Das ist mir ein besonders Anliegen. Wir werden bis Mai ein Gesetzespaket vorlegen können.“

In Brüssel wird Edtstadler auch als mögliche Kommissarin gehandelt: „Es ist jetzt nicht die Zeit, das zu entscheiden.“ Vorher gelte es einen kurzen und erfolgreichen Wahlkampf zu führen, der sie oft in ihre Heimat führen wird.

Salzburgs ÖVP wird sich „voll ins Zeug legen“

Dabei kann sie auf die Unterstützung der Salzburger ÖVP zählen, wie Parteimanager Wolfgang Mayer betont: „Wir sind stolz, dass wir so prominent auf der Liste vertreten sind, legen uns voll ins Zeug für sie und werden viele Vorzugsstimmen zusammenbringen.“ Hintergrund: Kurz verordnet der ÖVP einen beinharten Vorzugsstimmen-Wahlkampf, der die türkise Liste noch ordentlich durcheinander wirbeln könnte.

Edtstadlers Kandidatur kickt gleichzeitig Salzburgs Ex-Baustadträtin Claudia Schmidt (ÖVP) aus dem Rennen, die sich gegenüber der „Krone“ maßlos enttäuscht gezeigt hat: „Die Claudia ist eine liebe Freundin, ich war auch in Kontakt mit ihr. Es tut mir für sie leid. Aber in der Politik ist es nun einmal so, dass von einem Tag auf den anderen Entscheidungen getroffen werden, die alles ändern können.“

Wolfgang Fürweger
Wolfgang Fürweger
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