21.01.2019 17:30 |

Schauspielhaus Graz:

Neue Ära: Jetzt erobern die Bürger die Bühne

Mit der Bürger*innenbühne startet das Schauspielhaus Graz ab Freitag in eine neue Ära: Vermehrt sollen auch die Bürger der Stadt auf der Bühne zu sehen und ihre Geschichten zu hören sein. Unter dem Titel „Schöne Neue Welt“ werden heuer drei derartige Produktionen gezeigt. Los geht es mit einer Erkundung der Arbeitswelt.

„Wir dürfen uns nicht anmaßen zu wissen, was die Menschen in der Stadt bewegt“, sagt Julia Gratzer, Theaterpädagogin am Grazer Schauspielhaus. Statt also nur einen Spielplan für sie zu gestalten, will man sie aktiver miteinbeziehen, sie erzählen lassen. „Dafür soll die Bürger*innenbühne den Raum bieten“, so Gratzer.

Viele Interessierte
Gut 100 Interessierte haben sich für die erste Produktion dieser neuen Initiative gemeldet, die sich einem schwierigem Thema widmet: Dem Leistungsdruck in der Arbeitswelt, der bis hin zum Burnout führen kann - und dessen Gegenpart, der Faulheit. „Es war interessant, die Geschichten der Grazerinnen und Grazer zu hören“, sagt Regisseur Simon Windisch. Eine Auswahl davon hat er mit Motiven von „Leonce und Lena“ (Windisch: „Der Klassiker wird von uns gestreift und überfahren“) verwoben, daraus einen Abend gestaltet.

„Theater als Ausgleich“
Letztlich wurden neun Laiendarsteller ausgesucht, die in „Schöne Neue Welt: Leonce und Lena suchen einen Ausweg“ auf der Bühne zu sehen sein werden. „Ich bin Web-Developer und mache Theater als Ausgleich“, erzählt Kenan Kokic, einer von ihnen. Das Thema Leistung ist auch bei ihm in der Arbeit Thema. „Viele Menschen bewegen sich da in einem Hamsterrad, das zur Gewohnheit, ja sogar zur Notwendigkeit wird“, findet er und hofft, dass das Stück bei den Zusehern bewirkt, dass sie den „Status Quo hinterfragen“.

Laien als Experten des Alltags
„Ich arbeite gerne mit Laien“, sagt Windisch. „Jeder von uns ist Experte für gewisse Aspekte des Alltags, und ich finde es spannend diese mit Menschen zu erkunden, die Erfahrungen, Körper und Verhaltensweisen mitbringen, die nicht professionell für die Bühne trainiert sind.“ So bekomme man nicht nur spannendere Antworten, sondern stelle vor allem auch viel interessantere Fragen, meint er.

Premiere am Freitag
Am kommenden Freitag startet nun der Versuch Bürger*innenbühne mit der Premiere in Haus 2: „Wir stehen noch am Anfang und lernen gerade sehr viel. Aber wir empfinden es einfach als unsere Pflicht, dass Kunst und Soziales noch viel mehr verschmelzen“, so Gratzer.

Im April widmet man sich dann in Haus 3 den Technologien der Zukunft, und zum Saisonfinale im Juni ist die Familie der Zukunft Thema in Haus 1.

Alle Infos finden Sie hier

Christoph Hartner
Christoph Hartner
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