„Wie viele noch?“

Große Wut und tiefe Trauer nach Mord an Manuela

„Wie viele noch?“ - diese Frage prangte am Samstagabend auf jenem Transparent, das die gut 700 Teilnehmer eines Trauermarsches nach dem Mord an der erst 16-jährigen Manuela K., durch Wiener Neustadt trugen. Bei der Schlusskundgebung wurde eine Verschärfung der Abschieberegelungen von straffälligen Asylwerbern gefordert. Dafür wurden auch Unterschriften gesammelt. So etwas Tragisches dürfe sich „nicht mehr wiederholen“, wurde verkündet.

Unter einem Laubhaufen im Anton-Wodica-Park in Wiener Neustadt war am 13. Jänner die Leiche entdeckt worden - von der eigenen Familie, die bereits nach ihr gesucht hatte. Das Mädchen wurde erwürgt, mutmaßlich von ihrem 19 Jahre alten Ex-Freund, Yazan A. Der Verdächtige sitzt mittlerweile in der Justizanstalt in Wiener Neustadt in U-Haft.

Schweigemarsch
„Die erst 16-jährige Wiener Neustädterin Manuela K. wurde Opfer eines brutalen Mordes. (…) Wir wollen ein mahnendes Zeichen setzen, um solche Fälle zu vermeiden“, hatte es seitens „Wiener Neustadt trauert“ geheißen. Am Bahnhof versammelten sich am Samstagabend dann viele Trauernde und marschierten schweigend in Richtung Hauptplatz.

„Sie war äußerst dankbar“
Im Anschluss an die Kundgebung wurden Unterschriften für eine Verschärfung der Gesetze im Umgang mit straffälligen Asylwerbern gesammelt. „Wir müssen dafür sorgen, dass sich so etwas nicht mehr wiederholt“, war zu u. a. hören. Zudem wurden Spenden für die Familie des Opfers gesammelt, die auch direkt an Manuelas Mutter übergeben wurden. „Sie war äußerst dankbar“, hieß es auf der Facebook-Seite von „Wiener Neustadt trauert“.

„Danke für jede Kerze“
Bürgermeister-Stellvertreter Michael Schnedlitz steht in Kontakt zu den Angehörigen und versucht ihnen zu helfen, wo es nur geht. „Die Familie ist zurzeit wirklich froh und dankbar für den gesamten positiven Zuspruch, weil einen das natürlich stärkt, wenn man merkt, dass eine gesamte Stadt hinter einem steht, eine gesamte Stadt mit einem trauert, nach diesem schrecklichen Vorfall.“ Manuelas Mutter hat ausrichten lassen: „Danke für jede Kerze, die für meine Kleine angezündet wird.“

Alter wichtig für Strafrahmen
Da es noch Zweifel am Alter des Beschudligten gibt, hat die Anklagebehörde eine körperliche Untersuchung von Yazan A. in Auftrag gegeben. Dabei sollen Hinweise auf den Wachstumsfortschritt erlangt werden. Im Fall einer Anklageerhebung wirkt sich das Alter auf den Strafrahmen aus: Jungen Erwachsenen (18 bis 21 Jahre) drohen bis zu 15 Jahre Haft. Für Erwachsene ist im Fall einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe von zehn bis 20 Jahren oder lebenslang vorgesehen.

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