16.01.2019 11:09 |

Umstrittene Position

Tierheim Passau: „Wir vermitteln nicht an Jäger!“

Alles begann mit der Vermittlung einer Deutsch-Kurzhaar-Hündin auf der Facebook-Seite des Tierheims Passau: Jäger bräuchten sich gar nicht erst bewerben, hieß es da. Sofort gingen die Wogen hoch. Ist es Tierschutz oder -quälerei, spezialisierte Jagdrassen nicht an Waidmänner zu vergeben?

„Wir möchten unsere Hunde nicht als Erfüllungsgehilfen für ein blutiges Hobby sehen, bei dem Verletzungen der Hunde in Kauf genommen werden und fragwürdige Ausbildungsmethoden Standard sind“, begründet das Tierheim Passau auf seiner Facebook-Seite die Hausregel, keine Vierbeiner an Jäger zu vermitteln. Es ist eher ungewöhnlich, dass sich ein Tierschutzhaus so stark positioniert. Immerhin ist jeder freie Zwinger ein Gewinn und bestimmte Hunderassen hochspezialisiert. Doch in Passau steht man zu der Entscheidung: Zwar seien nicht alle Jäger gleich, grundsätzlich könne man aber davon ausgehen, dass die Jagdhundeausbildung für das Tier unangenehm ist und viele Vierbeiner die Mehrheit ihrer Zeit im Zwinger verbringen müssen.

Andreas Wollinger vom Jagdschutzverein Passau wehrt sich gegenüber der Passauer Neue Presse: "Die Hunde sind kein Gegenstand, kein Werkzeug. Sie sind Kameraden." Die Vorurteile des Tierheims bezeichnet er als "haarsträubend". Die Abgabe von Jagdhunden an Jäger stelle sicher, dass die Vierbeiner "ihr angeborenes Naturell ausleben können." Doch das Tierheim hat nicht vor, von seiner Position abzurücken. Dafür hagelt es auch viel Kritik. „Das ist doch ein Witz - das heißt also lieber Hunde einschläfern, als sie einen Jäger zu geben?“, empört sich ein User auf Facebook. „Danke für diese Entscheidung!“, zeigt sich eine andere erleichtert. So mancher Kritiker fordert nun sogar Konsequenzen durch die Stadt Passau betreffend Fördergelder für das Tierheim.

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