Mo, 27. Mai 2019
15.01.2019 09:38

Indien-Legionär

Stankovic: Im Schritt-Tempo hinter den Kühen her

Indien-Legionär Marko Stankovic ist einer der schillerndsten Exoten der „Krone“-Fußballerwahl. Was er in einem Jahr bei Pune City alles erlebt hat und wie es ihm im indischen Bundesstaat Maharashtra gefällt. Hier können Sie für Ihren Lieblingskicker abstimmen.

Die Kuh ist in Indien ein heiliges Tier. Das hat Marko Stankovic, den der jetzige St.-Pölten-Coach Ranko Popovic im Jänner 2018 zu Pune City in den Bundesstaat Maharashtra lockte, schon häufiger bemerkt. Manchmal zuckelt der Mannschaftsbus im Schritt-Tempo hinter einer Herde her. Zu „Diwali“, mit Weihnachten vergleichbar, werden die Tiere festlich herausgeputzt. „Die Inder“, erzählt der frühere Sturm- und Austria-Spieler, „malen dann die Kühe an, schminken sie regelrecht. Sie lieben bunte Farben über alles.“

Trotz Chaos kein Unfall
Und sie stehen auf jede Art von motorisierten Untersätzen. Daher braucht „Stanko“ vom Fünf-Sterne-Hotel Radisson Blue Pune Hinjewadi, in dem die ganze Mannschaft wohnt, für die sieben Kilometer ins Zentrum der Drei-Millionen-Einwohner-Stadt fast immer zwischen 45 und 60 Minuten: „Es ist immer Stau, jeder hupt. Es gibt zwar sicher Verkehrsregeln, aber keiner hält sich daran. Bei allem Chaos habe ich aber noch keinen einzigen Unfall gesehen. Trotzdem bin ich froh, dass jedem Spieler ein Chauffeur gestellt wird.“

Inder sind sehr gastfreundlich
Der 32-Jährige mag das Land sehr: „Die Inder sind sehr gastfreundlich, nett und fröhlich.“ Besonders gut versteht sich der in Krems geborene und in Leoben aufgewachsene Edeltechniker mit Torhüter Kamaljit Singh und Kapitän Gurtej Singh. Die beiden banden ihm auch seinen ersten Turban, tauften ihn dann „Marko Singh“.

Zukunft noch offen
Seit Freitag läuft die Vorbereitung beim Tabellensiebenten der Indian Super League. Im Februar geht es weiter. Nach Ende der Saison Ende März wartet noch der Cup. Wie es dann weitergeht, ist offen. Vor allem weil Markos über alles geliebter Sohn Fabio in Graz in die Schule geht. Aber dennoch betont Stankovic: „Die Entscheidung, nach Indien zu gehen, war eine der besten meiner Karriere.“ Und bei der „Krone“-Fußballerwahl ist er damit einer der schillerndsten Exoten.

Matthias Mödl, Kronen Zeitung

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