13.01.2019 14:02 |

Vor Mazedonien-Votum

Nationalisten stürzen Regierung in Athen ins Chaos

Kurz vor dem Votum des griechischen Parlaments zum neuen Namen Mazedoniens überschlagen sich in Athen die Ereignisse. Aus Protest gegen die Einigung mit dem Nachbarland ist Verteidigungsminister Panos Kammenos zurückgetreten. Auch die anderen Regierungsmitglieder seiner nationalistischen Partei Unabhängige Griechen (ANEL) würden sich zurückziehen, kündigte Kammenos nach einem Treffen mit Ministerpräsident Alexis Tsipras an. Damit könnte seine Regierung gestürzt werden, denn Tsipras‘ Syriza verfügt über 145 Sitze im Parlament und ist für eine Mehrheit in der 300 Sitze umfassenden Kammer auf die Abgeordneten der ANEL angewiesen.

„Die Mazedonien-Frage erlaubt es mir nicht, meinen Posten nicht zu opfern. Ich habe dem Ministerpräsidenten für die Zusammenarbeit gedankt und ihm erklärt, dass wir wegen dieser nationalen Angelegenheit nicht weitermachen können“, sagte Ammenos am Sonntag. Der ANEL-Chef hatte wegen des Namensstreits in der Vergangenheit wiederholt mit seinem Rücktritt gedroht.

Auch die wichtigste Oppositionspartei, die konservative Nea Dimokratia, ist gegen die Vereinbarung. Am Freitag hatte das mazedonische Parlament in Skopje der Namensänderung des Landes in „Republik Nord-Mazedonien“ zugestimmt. Das Parlament in Athen muss die Namensänderung ebenfalls ratifizieren, damit sie wirksam werden kann.

Tsipras stellt sich Vertrauensabstimmung
Tsipras hat nach dem Rücktritt seines Verteidigungsministers angekündigt, sich einer Vertrauensabstimmung im Parlament zu stellen. Der sozialistisch Regierungschef plant, bis zu den Parlamentswahlen im Oktober mit den Stimmen von unabhängigen Abgeordneten und Parlamentariern kleinerer Parteien weiterzuregieren und auch so die Mazedonien-Abstimmung durch das Parlament zu bringen.

Furcht vor Gebietsansprüchen in nordgriechischer Provinz
Hinter dem jahrelangen Namensstreit steht die Furcht Athens, der Nachbarstaat könnte mit der Landesbezeichnung Mazedonien Ansprüche auf die nordgriechische Provinz Makedonien erheben. Bei der UNO firmierte der Staat deshalb bisher unter dem Namen „Frühere jugoslawische Republik Mazedonien“, englisch abgekürzt FYROM. Wegen des Konflikts blockierte Griechenland bis zuletzt Skopjes Beitritt zur NATO-Militärallianz und die Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen.

 krone.at
krone.at
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Leipzig siegt
Champions-League-Erdbeben, Liverpool verliert 0:2
Fußball International
Haaland-Triplepack
6:2! Ganz Europa applaudiert Salzburger Bullen
Fußball International
Salzburg-Fans träumen
„Wir hol‘n die Meisterschaft und den Europacup...“
Fußball International
Haaland verzückt
Selbst Rapid bewundert Salzburgs Wunder-Striker
Fußball International
Gegen Genk überragend
„Big Earl“ Haaland jagt Fußball-Welt Schrecken ein
Fußball International
CL-Überraschung
1:1! Inter stoppt Slavia im letzten Moment
Fußball International
Spektakulär!
„Mozartstadt“-Choreographie zum CL-Auftakt
Fußball International
Auf Gleisen erwischt
Randalierende Lille-Fans in Amsterdam festgenommen
Fußball International
Heute wird‘s ernst
Champions-League-Hammer! krone.tv in Salzburg
Video Fußball

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen
Newsletter