07.01.2019 13:45 |

„Redet mit uns!“

Oberlaa durch neue Hochhaussiedlung „bedroht“

Das „Übel“ kam mit der U-Bahn. Seit die U1 Oberlaa erreicht kaufen Bauträger „wie wild“ Felder und brache Grundstücke auf. Zwei schon durchgeplante Projekte bringen die Bewohner zur Weißglut. Direkt am Kurpark sollen 25 massive Blöcke mit bis zu 1000 Wohnungen entstehen, einige hundert Meter weiter fünf gewaltige Hochhaustürme aus dem Boden wachsen.

Mit dem idyllischen Dorfcharakter am südlichen Stadtrand von Wien wäre es vorbei. „Es wäre das Ende. Eine zweite Stadt über dem Dorf und ein Verkehrsfiasko“, wettert Richard Stocker von der Bürgerinitiative „Rettet Oberlaa“.

Knapp 5500 Unterschriften für eine Petition hat die BI bereits gesammelt - das Ziel sind 10.000. „Damit die Politiker endlich aufwachen“, so Stocker. „Es gibt kein Verkehrskonzept. Die Laaer-Berg-Straße ist schon verstaut. Und keiner schaut sich die Auswirkungen auf des Naherholungsgebiet und die Umgebung an.“ Denn im benachbarten Rothneusiedl solle zusätzlich eine Art zweite Seestadt Aspern entstehen. Ein ganzes Stadtviertel für Zehntausende Menschen. Favoriten-Vorsteher Marcus Franz (SPÖ) unterstützt die Anliegen der Anrainer, hat aber kaum eine Handhabe.

„Redet endlich mit uns!"
Ein Gespräch mit der Planungsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) blieb laut Stocker ergebnislos. Alle Hoffnungen auf Verkleinerung der Projekte ruhen auf Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal (SPÖ). Denn die Bauflächen gehören großteils den Wohnfonds Wien und stadtnahen Bauträgern. Im Gaal-Büro gibt man sich zurückhaltend: „Im Zuge des kooperativen Planungsverfahrens hat es seitens der Stadtplanung eine intensive Information (Einbeziehung) der Bevölkerung gegeben, die beibehalten werden soll. Ein Bauträgerwettbewerb wird frühestens 2019 ausgelobt.“ Die Betroffenen, die gestern eine kleine Kundgebung abhielten, sehen das völlig anders: „Bisher wurde über uns drübergefahren. Redet endlich mit uns!“

Alex Schönherr, Kronen Zeitung

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