29.12.2018 06:30 |

Austritt naht

Brexit-Panik bei den Salzburger Firmen

Der Brexit kommt – genau heute in drei Monaten, also am 29. März 2019. Egal, ob mit oder ohne Abkommen, über das im Jänner abgestimmt werden soll. Die Salzburger Unternehmen, die jährlich Waren im Wert von 481 Millionen Euro ins Königreich exportieren, bereiten sich vor. Und beobachten gespannt die Lage.

Gerade einmal drei Monate vor dem Brexit scheinen viele der rund 200 Salzburger Unternehmer – die jährlich Waren im Wert von 481 Millionen Euro ins Vereinigte Königreich exportieren – nur wenig mit Abwarten und Tee trinken am Hut zu haben.

Wie auch der Taxameterhersteller Hale aus Salzburg, der im Königreich im vergangenen Jahr einen Umsatz von 50.000 Euro erwirtschaftete und sich auf den EU-Ausstieg der Briten vorbereitet: „Wir beobachten die Lage gespannt, können jedoch derzeit nicht abschätzen, ob es Zölle geben wird und wie sich die Preise entwickeln. Wir müssen sehen, ob der Markt für uns interessant bleibt“, berichtet Barbara Stering.

Auch die Salzburger Firma Commend – die Sicherheits- und Kommunikationssysteme herstellt und deren 47 Mitarbeiter in London-Stansted unter anderem auch schon das „London Underground Network“ ausgestattet haben – ist alarmiert: „Wir erwarten uns keinen Wettbewerbsnachteil, da alle Mitbewerber im Ausland sitzen, fürchten aber um die Personenfreizügigkeit. Uns ist wichtig, dass unsere Mitarbeiter schnell in unsere Zentrale kommen“, so Sprecher Jörg Weisser.

Noch heißt es abwarten und Tee trinken
Inwiefern die Salzburger Unternehmen betroffen sein werden, ist noch offen. Laut Thomas Albrecht von der Wirtschaftskammer Salzburg spüren aber fast alle Branchen den Brexit: „Wir sind in einem Stadium der Paralyse, derzeit ist es schwer, die künftige Ausgangslage zu beurteilen.“

Nicht nur der Export, auch der Medizinsektor könnte betroffen sein: Die EC-Kennzeichnung, eine Art TÜV auch für britische Medizinprodukte, fällt im schlimmsten Fall weg.

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