Nach Horror-Brand

Psychologe: „Drama zu verkraften, braucht Zeit“

Bei einem Wohnhausbrand in Bad Kreuzen hat Margarete N. (66) ihren querschnittgelähmten Sohn Jürgen (45) und Lebensgefährten Gerhard (69) verloren. Das Mitgefühl für die vom Schicksal so hart getroffene Frau ist groß. Laut dem Linzer Psychiater Dr. Thomas Schützenhofer (46) muss nach existenziellen Krisen kein lebenslanges Trauma bleiben.

„OÖ Krone“:Was passiert psychisch bei Menschen, die von schweren Schicksalsschlägen heimgesucht werden? Welche Auswirkung hat das auf sie?
Thomas Schützenhofer: Das kann man nicht generalisieren. Die Folgen hängen stark von der seelischen Widerstandsfähigkeit ab, die man in seiner Kindheit erworben hat. Wer von klein auf sichere Bindungen zu Eltern und Freunden aufbauen konnte, wird spätere Schicksalsschläge dann meist auch besser verarbeiten können.

„OÖ Krone“:Der biografische Hintergrund spielt offenbar auch bei der Aufarbeitung des Erlittenen eine wesentliche Rolle.
Thomas Schützenhofer: Die Unterstützungdurch Freunde, die Einbettung in ein soziales Netzwerk, persönliche Kraftquellen und Interessen helfen mit, dem Leben wieder Sinn zu geben.

„OÖ Krone“:Sollen Betroffene sich Hilfe von Experten holen?
Thomas Schützenhofer: Ja, je früher umso besser. Das müssen nicht zwangsweise Psychiater sein, sondern können auch professionell geschulte Krisenhelfer durchführen. Die fachmännische Unterstützung trägt dazu bei, die Sprachlosigkeit und Erstarrung während der Schockphase zu lockern. Betroffene sollten sich aber nicht unter Druck setzen, sondern sich Zeit geben, das Erlebte zu verarbeiten. Es wäre auch gut, den gewohnten Alltag nach ein paar Wochen wieder aufzunehmen.

„OÖ Krone“:Wie soll das Umfeld am besten reagieren?
Thomas Schützenhofer: Unterstützung signalisieren, und auch aktiv anbieten.

„OÖ Krone“:Ist denkbar, dass Menschen nach schweren Schicksalsschlägen ihr restliches Leben lang traumatisiert bleiben?
Thomas Schützenhofer: Nach existenziellen Krisen kann das zwar der Fall sein, muss es aber nicht!

Interview: Jürgen Pachner/Kronen Zeitung

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