10.12.2018 07:52 |

Geschäfte blühen

Weltweite Rüstungsproduktion stieg 2017 weiter

Bereits zum dritten Mal in Folge ist die weltweite Produktion von Rüstungsgütern 2017 gestiegen. Wie das Friedensforschungsinstitut SIPRI mit Sitz in Stockholm am Montag mitteilte, haben die 100 weltweit größten Rüstungsunternehmen im vergangenen Jahr mit dem Verkauf von Waffen- und Militärdiensten 398,2 Milliarden US-Dollar (rund 350 Milliarden Euro) umgesetzt. Das waren 2,5 Prozent mehr als 2016.

„Die Entwicklung kommt für uns nicht unerwartet“, sagte SIPRI-Expertin Aude Fleurant. „Viele Länder modernisieren ihre Waffensysteme. Das ist seit Langem geplant und geht über einen langen Zeitraum.“ Die Spannungen in bestimmten Ländern und Regionen hätten zudem die Nachfrage nach moderneren Systemen steigen lassen. Die Forderungen der USA, die europäischen Länder sollten einen größeren NATO-Beitrag leisten, sei an den Daten allerdings noch nicht ablesbar.

US-Unternehmen weiter unangefochten an der Spitze
Nach wie vor stehen US-Unternehmen an der Spitze der weltweiten Rüstungsproduzenten. Sie haben ihre Verkäufe im Vorjahr um zwei Prozent gesteigert und stehen nun für 57 Prozent aller weltweiten Waffenverkäufe. „US-Unternehmen profitieren direkt von der anhaltenden Nachfrage des amerikanischen Verteidigungsministeriums nach Waffen“, so Fleurant.

Russland verdrängt Großbritannien von Platz 2
Russische Konzerne steigerten ihre Produktion um 8,5 Prozent - mit einem Gesamtanteil von nunmehr 9,5 Prozent an den weltweiten Rüstungsproduzenten verdrängte das Land Großbritannien vom zweiten Platz in dem Ranking. Einige der zehn gelisteten russischen Konzerne konnten demnach sogar Zuwächse von 22 und 25 Prozent verzeichnen. „Im Allgemeinen sind die Waffenverkäufe russischer Unternehmen seit 2011 deutlich gestiegen, was den erhöhten Ausgaben Russlands für die Beschaffung von Waffen für seine Streitkräfte entspricht“, heißt es in dem Bericht.

Westeuropa beherrscht ein Viertel des Marktes
Die 24 Rüstungsunternehmen in Westeuropa steigerten ihren Absatz um 3,8 Prozent auf 94,9 Milliarden US-Dollar (rund 83,7 Milliarden Euro). Sie beherrschen damit knapp ein Viertel des Marktes. Großbritannien bleibt hier der größte europäische Waffenlieferant mit einem Anteil von neun Prozent.

Die vier deutschen Rüstungskonzerne erhöhten ihre Produktion um zehn Prozent - damit hat Deutschland einen Anteil von 2,1 Prozent an den weltweiten Waffenverkäufen. „Viele europäische Länder haben hohe Ausgaben, weil sie an Operationen wie zum Beispiel in der Sahel-Region beteiligt sind“, kommentierte Fleurant.

Türkei steigert Waffenverkäufe um 24 Prozent
Die Waffenverkäufe türkischer Unternehmen stiegen 2017 um 24 Prozent. „Diese deutliche Steigerung spiegelt die Ambitionen der Türkei wider, ihre Rüstungsindustrie auszubauen, um die wachsende Nachfrage nach Waffen zu befriedigen und von ausländischen Zulieferern unabhängiger zu werden“, sagte SIPRI-Forscher Pieter Wezeman.

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