Zu viele Feiernde

Panik in Disco in Italien: 6 Tote, 100 Verletzte!

Ausland
08.12.2018 12:46

Tragädie in einer Disco in Italien: Als ein noch Unbekannter während eines Konzertes, für das zu viele Tickets verkauft worden waren, Reizgas versprühte, kam es am frühen Samstagmorgen zu einer Massenpanik in dem Lokal nahe der Hafenstadt Ancona. Sechs Menschen starben. Es handelt sich bei den Opfern um fünf Jugendliche - drei Mädchen und zwei Burschen im Alter zwischen 14 und 16 Jahren - und um eine Mutter (39), die ihre Tochter begleitet hatte. Etwa 100 weitere Personen wurden verletzt, davon zwölf schwer. Zwei Menschen schweben in Lebensgefahr.

Rund 1300 Musikliebhaber hatten sich in der Diskothek „Lanterna Azzurra“ (Blaue Laterne) in Madonna del Piano zum Konzert des in Italien überaus beliebten Rappers Sfera Ebbasta eingefunden, als ein Unbekannter in dem Gedränge Reizgas versprühte. Für die Veranstaltung waren nur 870 Personen zugelassen, dennoch wurden 1300 Tickets verkauft.

Sechs Menschen starben, 100 wurden verletzt, als die meist Jugendlichen in der Disco zum einzig offenen Ausgang drängten. (Bild: AFP)
Sechs Menschen starben, 100 wurden verletzt, als die meist Jugendlichen in der Disco zum einzig offenen Ausgang drängten.

Tödliche Katastrophe wegen versperrter Notausgänge
In der daraufhin einsetzenden Panik drängten die Menschen zu den Ausgängen. Da einige davon laut Augenzeugen versperrt waren, kam es zur tödlichen Katastrophe, als die Gäste zur einzigen offenen Tür stürmten. Die Besucher wurden gegen eine Mauer gedrängt, bis diese einstürzte.

Sanitäter berichteten, viele der Verletzten hätten teils schwere Quetschungen, aber auch Knochenbrüche davongetragen. Sie alle wurden in mehrere umliegende Krankenhäuser gebracht. Vor der Diskothek in dem kleinen Ort fuhren Dutzende von Krankenwagen und Feuerwehren auf. Die Polizei nahm unmittelbar nach der Versorgung der Verletzten die Ermittlungen auf.

Scharfe Debatte über Sicherheit in italienischen Diskotheken
Der italienische Präsident Sergio Mattarella kondolierte den Familien der Opfer und forderte gründliche Untersuchungen zu den Ursachen dieser Tragödie. Die italienische Abgeordnetenkammer hielt eine Schweigeminute ab. Unterdessen tobt in Italien eine scharfe Debatte über die Sicherheit in Diskotheken, in denen Gewalt und Illegalität floriere. Alkohol- und Drogenmissbrauch seien in Italiens Nachtlokalen die Normalität, beklagten italienische Medien.

Ähnlicher Vorfall in Turin 2017
Der Fall erinnert an die Massenpanik bei der Übertragung des Champions-League-Finales in Turin mit einer Toten und mehr als 1500 Verletzten am 3. Juni 2017 auf dem zentralen Platz San Carlo. Eine jugendliche Kriminellenbande hatte Reizgas gesprüht, was Panik auf dem Platz ausgelöst hatte. Menschen stürzten im Gedränge und wurden von Flüchtenden überrannt. Eine 38-jährige Frau starb.

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