Di, 18. Dezember 2018

Neue Ruhezeiten

04.12.2018 12:26

EU will „Nomadentum“ der Lkw-Fahrer beenden

Wenn es nach dem Willen der EU-Staaten geht, sollen Lkw-Chauffeure nicht mehr in ihren Fahrerkabinen schlafen dürfen und in Zukunft das Recht haben, alle drei bis vier Wochen heimzukommen. Darauf hat sich der Verkehrsministerrat nach Marathonverhandlungen in der Nacht auf Dienstag geeinigt. Die EU will damit das derzeit bestehende „Nomadentum“ von Lkw-Fahrern - wochenlange Touren ohne feste Unterkünfte - beenden. Damit das Paket in Kraft tritt, muss das EU-Parlament noch zustimmen.

Enthalten sind auch neue Regeln für die Kabotage, das heißt für Transporte innerhalb eines anderen EU-Staates. Weiterhin sollen maximal drei Kabotage-Fahrten innerhalb von sieben Tagen erlaubt sein, teilte der EU-Ministerrat mit. Die Kontrollen sollen dabei verstärkt werden. Um systematische Kabotage zu verhindern, einigten sich die EU-Staaten auf eine „Abkühlphase“ von fünf Tagen, bevor weitere Kabotage-Transportfahrten im selben Land mit demselben Lkw durchgeführt werden dürfen.

Ein Schlüssel für die neuen Regeln ist der „digitale Tachograf“, der in einer neueren Version bis 2024 in allen Lastwagen für internationale Transporte vorhanden sein muss. Das Gerät registriert automatisch, wann und wo ein Lkw eine Grenze passiert hat, und zeichnet auch Lade- und Entladetätigkeiten auf.

Die Frächter müssen laut den unter dem Titel „Mobilitätspakt“ vereinbarten Regeln sicherstellen, dass Fahrer maximal alle vier Wochen in ihre Heimat zurückkehren können. Wenn sich der Fahrer für zwei reduzierte Ruhezeiten pro Woche entscheidet, muss er bereits alle drei Wochen zurückkehren können.

Hofer stolz auf „umfassendste Einigung“ der EU-Ratspräsidentschaft
Der aktuelle EU-Ratsvorsitzende, Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ), bezeichnete die Einigung als die umfassendste in der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft. Zwei Millionen Arbeitnehmer seien von den neuen Regeln betroffen. Deren soziale Rechte würden massiv verbessert, Sozialdumping, unfairer Wettbewerb und illegale Kabotage verhindert, sagte Hofer. „Das Übernachten auf dem Parkplatz gehört der Vergangenheit an“, so der Verkehrsminister.

EU-Kommission dankt österreichischem Vorsitz
EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc dankte Hofer und dem österreichischen EU-Vorsitz für das „herausragende Ergebnis“. Hofer stellte mit Blick auf die osteuropäischen EU-Staaten, die liberalere Regeln wollten, fest, dass sich vielleicht nicht alle als Gewinner sehen würden.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
ManUnited-Rauswurf
Rekord-Abfindung! So viel kassiert jetzt Mourinho
Fußball International
Vier-Minuten-Entscheid
Abseits? Spiel endet wegen Videoschiri im Chaos!
Fußball International
Jetzt noch sparen
Fünf Steuertipps zum Jahresende
Life
Überraschende Sätze
Ronaldo-Agent: CR7 wollte schon im Jänner zu Juve!
Fußball International
LASK gegen Austria
Bundesliga-Frühjahr startet mit Freitagsspiel
Fußball National
„Regnen“ auf Planeten
NASA: Saturn wird seine prächtigen Ringe verlieren
Video Wissen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.