27.11.2018 10:53 |

Von REWE entwickelt

Neues Verfahren soll Küken-Leid verhindern

Da männliche Küken in der kommerziellen Geflügelzucht keinen „Nutzen“ haben - sie legen keine Eier und eignen sich auch nicht für die Fleischproduktion - werden sie in Österreich miilionenfach noch am Tag ihrer Geburt getötet. Im Bio-Bereich begegnete das Unternehmen „Ja! Natürlich“ dem Problem bereits mit einem mehrjährigen Pionier-Projekt: Seit 2016 werden nun auch alle männlichen Küken in artgemäßer Haltung aufgezogen. Ein neues Verfahren soll die Kükentötung jetzt auch im konventionellen Bereich vermeiden: „SELEGGT“ erkennt schon vor dem Ausbrüten des Eis das Geschlecht, männliche Küken werden so gar nicht erst ausgebrütet.

Das Problem ist bekannt: Legehennen-Rassen legen viele Eier, sind im Gegensatz zu Masthuhn-Rassen aber als hochwertige Fleisch-Lieferanten nicht optimal geeignet. Und da männliche Nachkommen in der Eier-Produktion keine Aufgabe haben, werden sie nach dem Schlüpfen aussortiert und getötet. Tierfreunden ist das schon lange ein Dorn im Auge, im konventionellen Bereich ist es anders als im Bio-Bereich aber unmöglich, die männlichen Küken aufzuziehen. Nun präsentierte die REWE Group (Billa, Merkur, Penny, Adeg und Sutterlüty) ein neues Verfahren, das endlich ein Ende des Küken-Tötens bedeuten könnte. „SELEGGT“ bestimmt das Geschlecht bereits im Brut-Ei non-invasiv, sodass männliche Küken nicht mehr ausgebrütet werden müssen. „Die Förderung von mehr Tierwohl ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Dank ‘SELEGGT‘ können wir unseren Kunden nun ab 2020 eine Möglichkeit bieten, mit ihrer Produktwahl der Praxis des Küken-Tötens ein Ende zu bereiten“, so Marcel Haraszti, Vorstand der REWE International AG.

„SELEGGT“ geprüfte Eier ab Frühjahr 2020
Zur Vorgeschichte: Die deutsche REWE Group tat sich mit einem Technologie-Unternehmen zusammen, um die Grundlagenforschung zur hormonellen Geschlechtsbestimmung in Brut-Eiern marktreif zu gestalten. In einigen deutschen Supermärkten sind die „SELEGGT“ geprüften Eier bereits erhältich, für Österreich laufen alle Vorarbeiten. „Derzeit arbeitet die SELEGGT GmbH in Deutschland an einer Methode, um die Technik den Brütereien kostenneutral zur Verfügung zu stellen. Sobald dieses Modell steht, gehen wir gemeinsam mit unseren Lieferanten mit Hochdruck an die operative Umsetzung für Österreich“, betont man bei REWE.

Und so funktioniert es
In die Schale des Brut-Eies wird mit Hilfe eines Lasers ein maximal 0,3 Millimeter kleines Loch gebrannt, über das non-invasiv eine winzige Menge der so genannten Allantoisflüssigkeit entnommen wird. Das Innere des Brut-Eies wird dabei nicht berührt und bleibt unversehrt. Nach der Entnahme muss das Brut-Ei nicht verschlossen werden, da sich die innere Eimembran selbstständig zusammenzieht und das winzige Loch von innen verschließt. Mittels eines patentierten Markers wird nun überprüft, ob sich in der Allantoisflüssigkeit das geschlechtsspezifische Hormon Östronsulfat nachweisen lässt. Ist dies der Fall, entwickelt sich in dem Brut-Ei ein weibliches Küken. Fehlt dieses Hormon, handelt es sich um ein männliches Brut-Ei, das aussortiert und zu hochwertigem Tierfutter weiterverarbeitet wird. Das „SELEGGT“-Verfahren hat in der Praxis eine Bestimmungsgenauigkeit von rund 98 Prozent.

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