21.11.2018 17:38 |

Handelskrieg am Balkan

Kosovo verdoppelt Zölle für Waren aus Serbien

Als Reaktion auf den gescheiterten Beitritt des Kosovo zur internationalen Polizeiorganisation Interpol hat die kosovarische Regierung am Mittwoch Zölle für Waren aus Serbien um 100 Prozent erhöht. Vizepremier Enver Hoxhaj begründete die Entscheidung mit einer „aggressiven Kampagne“ Serbiens gegen den Kosovo auf internationaler Ebene. Die Führung in Belgrad reagierte besorgt und sprach von der „größten politischen Herausforderung und der schwierigsten Situation“ seit Verkündung der kosovarischen Unabhängigkeit im Jahr 2008.

„Um die lebenswichtigen Interessen zu schützen, hat Kosovos Regierung heute beschlossen, die Zollabgaben (für die Ware aus Serbien, Anm.) um 100 Prozent anzuheben“, teilte Vizepremier Hoxhaj mit. Zudem wurde laut der Belgrader Presseagentur Beta ein Importverbot für jene Waren aus Serbien verhängt, welche serbische Vertreter mit der Aufschrift „Kosovo und Metochien“ (serbische Bezeichnung für den Kosovo, Anm.) oder aber „Kosovo UNMIK“ oder „Kosovo (UNO-)Resolution 1244“ versehen haben.

Serbien sieht Verstoß gegen Freihandelsabkommen
Es handelt sich bereits um die zweite Zollanhebung binnen einer Woche. In der Vorwoche beschloss die Regierung in Pristina, Zölle für Ware aus Serbien und Bosnien-Herzegowina um zehn Prozent anzuheben. Serbien hatte dies als einen Verstoß gegen das regionale Freihandelsabkommen CEFTA bezeichnet.

Nicht betroffen von den Zöllen sind Waren, die von ausländischen Betrieben in Serbien hergestellt werden. Serbiens Export in den Kosovo lag 2017 bei gut 400 Millionen Euro. Der Import aus dem Kosovo lag bei nur etwa 40 Millionen Euro.

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