Prozess in Wels:

Angeklagte Tochter hat ihren Vater nicht erpresst!

Diese Familie, wenn man sie denn so nennen kann, kommt nicht zur Ruhe: Der Sohn beschuldigte 2017 seinen Vater des sexuellen Missbrauchs. Er wollte Geld vom Vater erpressen - und wurde wegen versuchter Erpressung verurteilt. Nun stand die Tochter im Verdacht, Beihilfe bei der Erpressung geleistet zu haben.

Der Prozess hat einen tragischen Hintergrund: Das Opfer, ein Geschäftsmann aus Gmunden, ist im Juli 2017 verstorben. „Der Kummer über die Anschuldigungen des Sohnes hat aus dem Herzkranken einen gebrochenen Mann gemacht“, sagte Anwältin Christine Gesswein-Spiessberger beim Prozess gegen den Junior im Oktober 2017. Der junge Mann, dem eine Paranoia bescheinigt wurde, wurde damals zu einer bedingten Haftstrafe wegen versuchter Erpressung verurteilt. Er hatte vom Vater 153.000 Euro verlangt. Weil der Senior nicht zahlte, zeigte ihn der eigene Sohn fälschlicherweise wegen sexuellen Missbrauchs in der Kindheit an.

Unschuld beteuert
Und nun soll auch noch die Tochter bzw. Schwester bei dem teuflischen Spiel mitgemacht haben. Der Vorwurf der Anklage: Am Telefon hätte sie zum Vater, der seine Unschuld beteuerte, gesagt: „Zahl halt, dann hast du deine Ruhe.“ „Das Telefonat gibt sie zu. Allerdings hätte sie nicht gewusst, warum ihr Bruder den Vater anzeigen wollte. “Ich wollte nur beschwichtigen und habe gesagt: ,Bitte Papa, zeig ihn nicht an’". Von Geldforderungen ihrerseits sei nie die Rede gewesen.

Testament-Anfechtung
Die Verhandlung in Wels kam einem kleinen, nicht sehr friedlichen Familientreffen gleich: Als Zeugen waren der Bruder, die Ex-Gattin bzw. Mutter geladen, ebenso die Ex-Lebensgefährtin des Verstorbenen und der Ex-Mann der Angeklagten. Der Richter fällte schließlich einen Freispruch - und Verteidiger Klaus Schiller kündigte an, dass man nun das Testament anfechten werde Der Familienstreit geht also weiter.

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