29.10.2018 12:36 |

Hochsicherheitstrakt

EU-Minister in Graz: Tagungsort ist abgeriegelt

Roter Teppich, viele Medien und das eine oder andere Selfie - das informelle Treffen der EU-Verkehrs- und Umweltminister in Graz begann unaufgeregt und offenbar für manche Passanten überraschend: Dutzende Polizisten sperrten das Gelände rund um den Grazer Congress ab und damit auch den Weg einiger Fußgänger. Aufregung wegen des erforderlichen Umweges gab es allerdings nicht. Inhaltlich ist klar: Eine Einigung zur Abschaffung der Zeitumstellung wird noch länger dauern.

Eine Lieferung mit Brötchen, die ein Passant an der Absperrung in den Händen hielt, dürfte wohl etwas später angekommen sein. Der Mann erkundigte sich bei den Beamten nach dem Grund der Sperrzone und zog dann weiter. Eine Seniorin wollte zum Magistrat und fragte die Polizisten nach einem alternativen Weg - für die Einsatzkräfte ging alles seinen gewohnten Lauf. „Wo müssen Sie denn hin?“, fragten sie die etwas verdutzt schauenden Fußgänger.

Sogar der Grazer Stadtrat Kurt Hohensinner (ÖVP) hatte sich ein wenig überraschen lassen. Er gelangte nicht wie offenbar gewohnt mit dem Auto an seinen Arbeitsplatz und stand etwas ratlos vor der Absperrung. Wenig später hielt auch schon ein von Motorradpolizisten begleiteter Reisebus vor dem Congress: Teilnehmer des Treffens gingen zielsicher auf dem roten Teppich in das Gebäude. Sie wurden von Anrainern beobachtet, die ihre Köpfe aus Fenstern streckten, um die seltenen Szenen zu verfolgen.

Kein „Fleckerlteppich“ aus Zeitzonen
Der Vorsitzende des informellen EU-Rats der Verkehrs-und Umweltminister in Graz, Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ), rechnet nicht mit einer Abschaffung der Zeitumstellung in den EU-Staaten mit 2019. Hofer sagte beim Eintreffen im Grazer Congress, „es ist notwendig, einen Kompromiss zu erzielen“. Ein „Fleckerlteppich“ aus Zeitzonen solle es nicht werden.

„Wir werden uns heute intensiv mit der Abschaffung der Zeitumstellung beschäftigen“, sagte der Minister zum Beginn des zweitägigen Ministerrates. Zwei bis drei Mitgliedsstaaten hätten Bedenken gegen 2019, dies hinge auch mit technischen Vorarbeiten zusammen, etwa mit Slots im Flugverkehr. Diese technischen Vorarbeiten dürften rund 18 Monate in Anspruch nehmen. „Ich hätte es gerne gesehen, wenn es schon im nächsten Jahr zur Abschaffung gekommen wäre“, sagte Hofer. Es gebe ja keine Energieeinsparungen bei dieser Zeitumstellung, die aus den 1970ern stamme, und es wirke sich negativ auf Mensch und Tier aus.

Mehrheitlich sei man sich bei dem Ziel Abschaffung der Zeitumstellung einig. Was Österreich angehe, so sei es auch die Frage, was die Nachbarstaaten vor hätten.

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