Längere Ausbildung:

Bei Notärzten drohen in Oberösterreich Engpässe

Über 60-mal pro Tag wird in Oberösterreich dringende notärztliche Hilfe benötigt. Noch kommt diese Hilfe auch rasch, doch könnte sich das bald ändern - weil aufgrund verdoppelter Ausbildungszeit zu wenige Notärzte fertig werden. Auch aufgrund einer Landtagsinitiative, für die sich die Gesundheitsministerin ausdrücklich bedankt, könnte es nun allerdings zu einer gesetzlichen Lösung kommen.

Seit einer Novelle der Österreichischen Ärzteausbildungsordnung im Jahr 2015 können angehende Fachärzte nicht mehr gleichzeitig als Notärzte tätig sein. Nur noch fertige Fachärzte mit „Ius Practicandi“ dürfen das machen - nicht wie bisher nach drei Jahren, sondern erst nach mindestens sechs.

Resolution im Landtag findet Gehör
„Die aktuelle Regelung führt zu Engpässen“, hat FPÖ-Klubobmann Herwig Mahr schon im Juni gewarnt - ohne dass sich diese Engpässe  genau in Zahlen fassen ließen. FPÖ und ÖVP brachten daher eine Landtagsresolution auf den Weg, die auf Basis eines Vorschlags der Österreichischen Notfallmedizinergesellschaft  ÖGARI eine wieder auf drei Jahre beschleunigte Notärzteausbildung sichern soll, bei der aber auch die Qualität stimmt. Diese Resolution wurde einstimmig von allen vier Landtagsfraktionen beschlossen.  Darauf gibt es jetzt eine Antwort von Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ), in der sie eine entsprechende baldige Novellierung des Ärztegesetzes in Aussicht stellt.

„Optimale Versorgung für Patienten“
FPÖ-Politiker Mahr und ÖVP-Klubobfrau Helena Kirchmayr reagieren positiv darauf: „Wir begrüßen es, wenn es zu Änderungen im Sinne unseres Landtagsbeschlusses kommt. Die optimale notärztliche Versorgung für die Patienten muss im Mittelpunkt stehen.“ Man warte nun gespannt auf den Begutachtungsentwurf für die gesetzlichen Änderungen.

Werner Pöchinger, Kronen Zeitung

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