Mo, 17. Dezember 2018

Mädchen ringen mit Tod

27.09.2018 07:10

Heeresboot-Drama: War alles ganz anders?

Nach dem tragischen Vorfall mit einem Bundesheerboot auf der Donau ringen zwei Mädchen noch immer mit dem Tod. Viele Fragen sind noch ungeklärt. Nun deuten neue Informationen darauf hin, dass die Verantwortlichen des Heeres die Lage möglicherweise falsch eingeschätzt haben - und so die Rettung der jungen Frauen lebensbedrohlich verzögert wurde. Auf Fotos, die dem ORF zugespielt wurden, ist beispielsweise zu sehen, wie Soldaten am Ufer stehen, die Hände in den Jackentaschen oder verschränkt, statt nach den Vermissten zu suchen.

Besonders die Zeit unmittelbar nach dem dramatischen Unglück wirft Fragen auf. So ist bekannt, dass das Bundesheer-Schnellboot um 9.49 Uhr kenterte, aber erst um 10.04 Uhr ein Notruf von einem Feuerwehrmann aus dem Bezirk Neunkirchen, der in Hainburg an einer Übung teilgenommen hatte, abgesetzt wurde. Allerdings war das gekenterte Boot bereits davor zu einer rund einen Kilometer vom Unfallort entfernten Sandbank gebracht worden.

Güterschiffe oder Schubschiffe, die einen hohen Wellengang verursacht haben könnten, waren zum Zeitpunkt des Unfalls nicht unterwegs. Ermittelt wird deshalb auch, ob die Wellen, die zum Kentern führten, möglicherweise durch die Fahrweise der Bundesheerboote verursacht wurden. Um 10.07 Uhr erreichte die Schifffahrtsaufsicht, die gemeinsam mit der Feuerwehr geübt hatte, die Sandbank. Zu diesem Zeitpunkt - rund 18 Minuten nach dem Unfall - war noch immer unklar, ob jemand vermisst wird, wie mehrere Einsatzkräfte bestätigten.

Soldaten standen untätig am Ufer
Bilder, die dem ORF übermittelt wurden, zeigen Soldaten, die am Ufer stehen und die Rettungsaktion beobachten, statt sich daran zu beteiligen. Erst gegen 10.28 Uhr wurde das Boot schließlich angehoben und laut einem Einsatzprotokoll die erste junge Frau ans Ufer gebracht. Dort wurde sie 39 Minuten nach dem Unfall reanimiert. Weitere sechs Minuten später konnte auch die zweite Teilnehmerin gerettet werden.

Die beiden Opfer kämpfen nach wie vor um ihr Leben, befinden sich letzten Informationen zufolge in kritischem Zustand. Es ist offen, ob die beiden bleibende Schäden davontragen. Auf Wunsch der Eltern erteilen die Spitäler keine Auskünfte mehr über den Zustand der jungen Frauen. Die Justiz ermittelt in dem Fall, will aber vorerst die Untersuchungen des Bundesheeres abwarten.

 krone.at
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