Di, 11. Dezember 2018

Album & Interview

26.09.2018 12:00

Rebekka Bakken: „Fühle mich in Wien wie adoptiert“

In Wien begann ihre große Musikkarriere, hier gewann sie sogar einen Amadeus - doch die norwegische Vollblutmusikerin Rebekka Bakken zog es in die weite Welt hinaus, bis sie schlussendlich nun in der norwegischen Heimat sesshaft wurde. Ihr neues Album „Things You Leave Behind“ ist ein Werk über das Zurücklassen und Abschiednehmen. Im Interview lässt die 48-Jährige zudem sehr tief in ihr Seelenleben blicken.

„Krone“: Rebekka, auf deinem neuen Album „Things You Leave Behind“ zeigst du dich stilistisch so vielseitig und offen wie nie zuvor. War das ein erklärtes Ziel von dir, dich musikalisch noch mehr zu öffnen?
Rebekka Bakken:
Ich musste mir einfach zu 360 Grad zeigen, wer ich selbst bin und das ist das Ergebnis. So sieht meine Persönlichkeit aus. Ich bin eine ziemlich eigenartige Person, die viele innere Konflikte ausficht. Ich bin so gestrickt und kann das auch nicht ändern. Ich konnte mich auf dem Album genau richtig ausdrücken und das war eine großartige Erfahrung. Ich liebe das Album deshalb so sehr, weil ich mich darauf wirklich so akzeptiere, wie ich bin. Ich habe jeden Gedanken von fehlender Akzeptanz hinter mir gelassen. Wenn man sich öffnet, dann muss man nichts zwanghaft kontrollieren. Ich muss nicht darauf achten, wie ich mich benehme, wie ich gerade aussehe oder was ich tue. Scheiß drauf - man muss einfach ehrlich und offen leben.

Viele Musiker haben gerade damit sehr große Probleme, weil sie sich dann schnell missverstanden fühlen. Du scheinst mit klarer Offenheit locker umgehen zu können...
Absolut. Ich stehe hinter mir und allem, was ich mache. Nichts von außen kann mich in meinem Tun verunsichern. Ich toure mittlerweile schon einige Jahre und je mehr Erfahrungen ich mache, umso freier fühle ich mich. Ich fühle mich auf der Bühne oft entspannter als im Privatleben. Ich bin nirgends die Beste, aber ich zu sein, das beherrsche ich perfekt und darauf konnte ich mich in meinem Leben immer verlassen. Das stärkt mich mit zunehmendem Alter.

Bist du auf der Bühne auch mehr du selbst als im Privatleben? Fällt es dir dort leichter, dein wahres Ich zu repräsentieren?
Manchmal bin ich überrascht davon, dass die Leute da etwas reininterpretieren. Ich habe auf der Bühne kein Skript und mache immer das, was ich im Moment gerade fühle. Ich habe keine Disziplin, das zu kontrollieren und deshalb ist jeder Abend anders. Ich scheine niemanden damit zu schockieren und alle haben eine gute Zeit. Es ist eine einzigartige Dynamik zwischen mir und meinem Publikum, denn die Leute beeinflussen mich mit ihrer Anwesenheit nachhaltig. Nur durch die Fans habe ich die Energie, weiterzumachen und so echt zu sein.

Gerade in Zeiten der künstlichen Castingshow-Stars und der vielen Oberflächlichkeiten im Showbusiness wollen die Menschen wohl so echte, greifbare Personen wie dich sehen und erleben.
Es gibt wirklich viel Oberflächlichkeit. Hätte ich die Fähigkeit dazu, würde ich es vielleicht auch sein, denn das schützt dich viel mehr. Ich war schon als Kind so echt und ehrlich und fühlte mich wie ein totaler Verlierer, weil ich so seltsam war und dachte, keiner würde mich und meine Offenheit mögen. Ich muss Gott danken, dass ich nie die Fähigkeit hatte, falsch oder oberflächlich zu sein. Heute bin ich froh darüber.

Du arbeitest seit jeher mit vielen anderen Musikern und Künstlern zusammen. Ist es dir auch wichtig, dass deine Mitstreiter dieselbe Offenheit und Ehrlichkeit ausstrahlen wie du selbst?
Ich brauche einfach echte Menschen im Studio und auf der Bühne. Manche sind in ihrer Persönlichkeit etwas komisch, aber sobald sie eine Note spielen, kommt das Echte aus ihnen raus. Dass jemand ehrlich und offen ist, ist aber schon wichtig, denn ich verbringe wahnsinnig viel Zeit mit den Leuten. Früher machte mir das immer Sorgen, weil ich dachte, alle wären besser als ich. Doch heute messe ich mich nicht mehr. Es geht darum, was ich fühle und ob ich etwas mag. Ganz einfach.

Hast du über die Jahre so enorm an Selbstsicherheit gewonnen?
Es gibt da Aufs und Abs. Was ist Selbstvertrauen? Wenn du es haben willst, heißt das ja, dass du es eigentlich nicht hast. Ich denke gar nicht so viel an diese Dinge, sondern vertraue mir und dem Leben an sich. Ich achte darauf, was mir mein Bauchgefühl sagt und was ich für richtig halte. Selbstsicherheit ist das Gegenteil von Erwartungshaltung. Dass du aufhörst zu überlegen, was die anderen über dich denken. Mit zunehmendem Alter wirst du immer unsicherer, das wirst auch du noch erleben müssen. Man zieht automatisch Vergleiche und sucht nach Bestätigungen für all das Gute und auch Schlechte im Leben. Nur wirst du diese Bestätigung nie kriegen, weil es immer mehr als nur die eine Wahrheit gibt. Es geht eher um den Selbstwert. Jeder Mensch ist gleich viel Wert - egal was du machst oder erreicht. Selbstsicherheit zu haben heißt, du bist in etwas gut. Aber was ist das schon wert? Es geht vielmehr um dich als Persönlichkeit.

Wenn wir auf das Album zurückkommen - was genau musstest du denn hinter dir lassen? Hauptsächlich geht es wohl darum, dass du New York ein zweites Mal in deinem Leben verlassen hast, weil die Stadt nicht mehr die war, als die du sie in Erinnerung hattest.
Das war sehr traurig für mich. Ich bin nach New York zurückgezogen, um ein soziales Leben und viel Action zu erfahren, aber das Jahr war sehr einsam. Prinzipiell bin ich gerne allein, denn dann schreibe ich am meisten und bin kreativ. Die Stadt hat sich verändert und ich mich auch. Ich habe auch das Singleleben hinter mir gelassen. Ich habe nun eine Familie mit zwei Stiefkindern und einem gemeinsamen, vierjährigen Sohn. Mein Manager, der auch das Rückgrat meiner Arbeit war, verstarb, was mich unheimlich verunsicherte. Als Künstler weiß man ohnehin nie, ob einem wieder ein Song einfällt oder ein Konzert sich verkauft. Er war sonst immer für mich da und jetzt eben nicht mehr. Ich habe einfach alles in meinem Leben verändert, aber damit auch viele Unsicherheiten hinter mir gelassen. Manchmal tut es gut, wenn man sich nicht am Althergebrachten festhalten kann, sondern neue Ufer beschreiten muss. Wenn du nichts hast, dann hast du eigentlich viel. Ich liebe es, wenn Dinge anders gehen als ich es erwarte. Die Hindernisse zeigen dir, wo du hingehen sollst, um eine höhere Bedeutung im Leben zu erfahren.

Brauchst du in deiner Position als Kreativkünstlerin gewisse Turbulenzen in deinem Leben?
Ich hoffe nicht. (lacht) Ich mag Harmonie, aber je weniger ich Turbulenzen verspüre, umso weniger Harmonie erfahre ich als Gegenpol. In der Vergangenheit gab es viele kleine Dinge, die in meinem emotionalen Leben Chaos verursachten. Heute bin ich nicht mehr so geleitet davon und ich habe keine Angst davor, wenn etwas endet oder sich verändert. Es gibt keinen Grund, sich im Leben dauernd zu sorgen. Ich sorge mich eigentlich nur darum, dass ich mir immer Sorgen mache. Und nicht einmal das, wenn ich genauer drüber nachdenke. (lacht) Ich habe mittlerweile erfahren, was im Leben wirklich zählt. Wir brauchen nicht immer an Vergangenheit und Zukunft denken, denn genaugenommen existieren sie nicht oder nicht mehr. Es geht um die Gegenwart, darin leben wir.

Haben das Familienleben und deine Rolle als Mutter deine Perspektive auf die Musik und das Musikbusiness eklatant verändert?
Nein, das nicht. Plötzlich war ich ein Teil einer großen Familie und musste neue Rollen ausfüllen. Ich war anfangs verunsichert, was die Gesellschaft da von mir erwartet, aber auch dort musst du einfach dir selbst vertrauen. Ich war niemals eine gute Person, wenn es darum ging, Wege zu beschreiten, die schon ausgelatscht sind. Wie gesagt - ich habe mich und vertraue mir und egal wie viele Leute um dich herum sind, du musst immer ehrlich zu dir selbst sein. Du wirst automatisch eine bessere Mutter, Stiefmutter, Person, wenn du einfach immer ehrlich zu dir selbst bist. Du kannst nur Lebendigkeit versprühen, wenn du selbst lebendig bist.

Musstest du für das neue Leben viele Opfer bringen?
Nein. Was meinst du mit Opfer?

Dass du zum Beispiel als Mutter nicht mehr die komplett grenzenlose Freiheit der früheren Tage hast.
Als ich 2005 in Wien wohnte, habe ich für mich entschieden, dass ich eine Woche lang nichts mache, was ich nicht machen will. Ich habe das durchgezogen und plötzlich funktionierten Sachen, die mich vorher nervten, wie von selbst. Ich hatte auf einmal Lust, die Wohnung zu putzen oder den Müll rauszutragen. Einfach nur deshalb, weil ich es mir so aussuchte und mich nicht dazu zwang. Mir ist es egal, die Wäsche zu machen oder auf die Kinder aufzupassen. Ich mag es auch zu putzen. Niemand ist besser als ich, wenn es um Haushaltstipps geht. Mit Essig kannst du alles auf der Welt reinigen. (lacht) Ich mag dieses Leben und alles, was ich darin mache. Wenn ich das Gefühl hätte, dass ich was nicht machen will, dann tue ich das auch nicht. Ich musste noch nie Opfer bringen.

Auf Tour gibt es immer Leute, die dir alles liefern und den Tag penibel einteilen. So mancher Künstler braucht eine gewisse Zeit, bis er dann wieder ins normale Leben zurückfindet. Hast du auch derartige Probleme?
Sie sind mir nicht bekannt. Ich bin immer total präsent in der Situation, in der ich gerade stecke. Ich liebe es, dass mir auf Tour alle sagen, was zu tun ist. Wenn ein neues Crewmitglied nicht weiß, wo es mich zu welcher Zeit hinscheuchen soll, haben wir ein Problem. (lacht) Es sind viele Mütter und Väter mit auf Tour und ich bringe auch meinen kleinen Sohn mit. Er hat somit genug Ersatzmütter und -väter und wenn das vorbei ist, dann bin ich daheim, backe Brot und schneide Käse. Bei mir ist einfach alles absolut normal und ich mag alle Facetten, mit denen ich vom Leben beschenkt werde. Meine Eltern haben so hart gearbeitet, dass ich schon als Kind das Haus putzte, um ihnen zu helfen. Ich war früh auf mich selbst gestellt und kann wohl deshalb so gut mit allen Situationen umgehen.

Du hast zweimal in New York gelebt, lange in Wien, dann in Schweden und jetzt bei Oslo. War es auch immer so einfach, dich gleich an die Umgebung und verschiedenen Kulturen zu gewöhnen?
Wenn du nicht in der Vergangenheit stecken bleibst, ist das Springen in eine neue Welt total leicht. Du hältst dich nicht an der Nostalgie fest, was ohnehin nichts bringt. Man sollte immer im Moment leben und die ganze Zeit umzuziehen war ein Weg für mich, Präsenz zu lernen.

Wie würdest du Heimat für dich beschreiben? Geografisch lässt sie sich bei dir wohl kaum festmachen.
Die Heimat bin ich selbst. Das musste ich schon früh lernen. Es hat nichts mit Nationalität, Geschlecht oder meinem Namen zu tun, sondern mit mir als Gesamtperson. Ich fühle mich auch in Norwegen nicht mehr zuhause, was wirklich lustig ist, weil ich wieder dorthin zurückzog. Als ich nach Österreich kam, die Dialekte und die Kultur des Landes kennenlernte, fühlte ich mich sofort wohl. Wenn es in mir noch ein Heimatgefühl gibt, dass mit Erinnerungen und Gefühlen verbunden ist, dann hängt das mit Österreich zusammen. Die wichtigsten Zeitperioden meines Lebens habe ich hier verbracht und ich bin extrem von österreichischen Menschen und meinen Freunden beeinflusst. Ich habe hier auch meine Musikkarriere begonnen und ein emotional sehr dichtes Band zu diesem Land. Das siehst du auch auf der Bühne, denn ich fühle mich immer als adoptierte Tochter. (lacht) Ich weiß nicht, ob das auf Gegenseitigkeit beruht, aber so geht es zumindest mir.

In Norwegen zu leben ist aber sicher auch ziemlich okay, immerhin ist die Lebensqualität dort sogar noch höher.
Alles klappt dort toll. Die Standards sind hoch, alles ist sauber, aber es ist auch langweilig. Ich bin mir nicht sicher, ob ich ewig dort bleibe, denn wie gesagt ist die Heimat am Ende in mir selbst verhaftet. Ich mag Österreich wirklich gerne. Wer weiß, was sich da einmal ergibt... All meine Freunde leben hier. In Zeiten wie heute sind Distanzen kein großes Problem mehr.

Viele Menschen würden behaupten, Wien wäre durch sein klassisches Erscheinungsbild eine langweilige Stadt. Vor allem, wenn man sie mit Berlin oder Amsterdam vergleicht.
Diese unterschiedlichen Ansichtsweisen finde ich immer witzig. Da merkt man immer, dass es so viele verschiedene Geschmäcker gibt.

Auf deinem Album gibt es mit „True North“ einen besonders eindrucksvollen, emotionalen Song. Ist der an deinen verstorbenen Vater gerichtet?
Korrekt. Er war sehr ruhig, aber ich liebte ihn sehr. Er war nicht sehr ausdrucksvoll und ich war das totale Gegenteil von ihm. Das letzte Jahre erwarteten wir seinen Tod und ich hatte das Geschenk, dass ich mich um ihn sorgen und auf seinem Weg begleiten konnte. In dieser schlimmen Zeit konnte ich viel reflektieren und kam drauf, dass meine Liebe zu ihm mich durch unheimlich viele Probleme und Irrungen in meiner Kindheit brachte. Er war ruhig und introvertiert, aber immer für mich da. Wenn man jemanden so liebt wie ich meinen Vater, dann entsteht daraus ein ganz besonderes Band. Das ist ein großes Geschenk, das man wertschätzen sollte. Ihn gehen zu lassen war nicht leicht, aber es war wichtig. Sein „True North“ ist die Gegend, wo er jetzt ist. Wenn dich jemand verlässt, der dich liebt, dann ist der Schmerz wesentlich leichter zu ertragen. Da ich wusste, dass es für ihn eine Erleichterung war, war das Gehenlassen und die Gewissheit, dass er mich so liebte, einer der schönsten Momente meines Lebens. Danach hinterfragte ich, was ich im Leben mache und was meine Bedeutung ist - es hat einiges in die richtige Perspektive gesetzt.

Das Album dreht sich sehr stark um das Zurücklassen von Dingen, Personen und Emotionen. Gibt es einen roten Faden, der sich durch die einzelnen Songs zieht?
Eine gute Frage, darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht. Ich habe auch sehr viele vorgefasste Gedankengänge hinter mir gelassen, die sich darum drehten, was okay sei und was nicht. Ich war ziemlich explizit und so wie ich die Songs singe, kontrolliere ich meine Emotionen nicht. Man verliert so viel Kraft, wenn man sich zu stark darauf konzentriert, wie man wirkt. Das ist das erste Album, wo das definitiv nicht mehr der Fall ist. Hier ist mein Humor, das sind meine Geschichten und das ist meine Weltsicht. Ich zeige euch, wie das bei mir aussieht und ich bin nicht immer das Mädchen, das Liebesballaden singt. Natürlich sind die toll, aber sie spiegeln nicht immer das echte Leben wider. Ich habe mich selbst akzeptiert - mit all meinen abgedrehten Seiten und komischen Interessen.

Wie würdest du dich denn selbst beschreiben, weil du immer wieder betonst, dass du dich selbst als eigenartig empfindest?
Vielleicht bin ich nicht so sonderbar, aber ich mag einfach so viele Dinge und interessiere mich für so vieles, dass das manche eigenartig finden. Ich liebe es Dinge zu berühren, die man nicht berühren sollte. Ich gehe bewusst in die Ecken, erforsche ungute Stimmungen und öffne die Türen, bei denen ich gewarnt werde, dass dahinter etwas Schreckliches steckt. Ich will das aber sehen und dann darüber urteilen. Das Leben ist für mich ein großes Laboratorium und ich will dahinter blicken und nicht wie ein kopfloses Huhn herumlaufen. Ich bin nicht dafür gemacht, ein Schaf zu sein, das nur das macht, was von ihm erwartet wird. Das ist wie in der Matrix - nehme ich die rote oder die blaue Pille? Ich nehme die, mit der ich hinter die Kulissen blicken kann.

Wie wichtig sind dir die Texte im direkten Vergleich zur Musik selbst?
Extrem wichtig. Schlechte Texte können eine gute Komposition umbringen. Auf der anderen Seite gibt es auf dem Album einen Song namens „Hotel St. Pauli“, wo ich nicht den Text schrieb und ich finde ihn ehrlich gesagt ein bisschen langweilig. Es ist schade darum und im Nachhinein stört mich das. Der Song ist trotzdem großartig, aber wären die Zeilen von mir, wären sie emotionaler. Der Song handelt von einem sehr zerstörerischen Film, den ich 1989 sah, wo es um ein Paar geht, das nach Dänemark zieht und ein sehr vulgäres und widerliches Leben führt. Es geht darum, dass sie an Liebe denken, sie aber zur Zerstörung führt. Der Song beschreibt diese Beziehung und ich denke, da wäre mehr drin gewesen.

Als jemand, der gerne hinter die Kulissen blickt, ist genau so ein Film wohl wichtig für dich. Gibt es - so wie vielleicht hier - im Leben Situationen, wo du bereut hast, dich doch nicht mit dem Oberflächlichen zufrieden gegeben zu haben?
Nein, das darfst du nicht. Es geht immer um das Ende. Ich hätte mir nach dem Film mein eigenes Kopfkino machen müssen, um ein Ende zu finden, das mich zufriedenstellt und mit dem ich Antworten finde. Wenn ich mich in einer Situation als Opfer sehe, dann bin ich nicht zufrieden. Dann arbeite ich so lange daran, bis ich kein Opfer mehr bin. Ich habe schon sehr früh gelernt, dass ein Opfer zu sein verdammt gefährlich ist. Du musst dir in deinem Leben auch immer selbst die Frage stellen, ob du es sein willst oder jemand, der sich dagegen wehrt.

Ist das eine Botschaft, die du deinen Hörern klar mitgeben willst? Aufzustehen und zu kämpfen?
Sobald du für dein Leben Verantwortung übernimmst, kannst du gar kein Opfer mehr sein. Es geht nicht um Schuld, aber um die nötige Dosis Verantwortung - das sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Verantwortung für mich und mein Tun zu übernehmen war das Beste, was ich in meinem Leben tun konnte. Privat als auch musikalisch.

Hast du das mit den Jahren gelernt?
Meine Eltern haben mich da immer unterstützt und ich war schon sehr früh darauf trainiert. Ich wusste immer, wie wichtig das im Leben ist und das Leben wird dadurch viel besser. Man entwickelt eine bessere Attitüde.

Im April kommst du für vier Konzerte nach Österreich. Kannst du aus der jetzigen Perspektive schon einen ersten Ausblick darauf geben?
Die Band, die auf dem Album spielt, steht mit mir auch auf der Bühne und es wird hauptsächlich um das neue Album gehen. Natürlich fehlen auch die Klassiker nicht, aber für mich sind Österreich-Konzerte vor allem eine Rückkehr in die Heimat.

4x live in Österreich
Rebekka Bakken gibt es mit ihrem neuen Album „Things You Leave Behind“ nächstes Jahr gleich viermal live in Österreich. Am 3. April im Grazer Orpheum, am 4. April im Salzburger Republic, am 5. April im MuseumsQuartier Wien und am 7. April im Linzer Posthof. Karten und weitere Infos finden Sie unter www.rebekkabakken.com

Robert Fröwein
Robert Fröwein

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