Sa, 19. Jänner 2019

Es herrscht „Walkampf“

07.09.2018 12:21

Harpuniert Walfangkommission das Walfangverbot?

Geht es nach dem Willen Japans, stünde der internationale Walfang vor einer Renaissance. Davor warnt die Naturschutzorganisation WWF anlässlich der 67. Konferenz der Internationalen Walfangkommission (IWC).  Die japanische Regierung, seit jeher massive Befürworterin des Walfangs, hat der IWC einen umfassenden Reformvorschlag vorgelegt. Danach soll die Vergabe von Walfangquoten für kommerzielle Zwecke in Zukunft möglich sein. Einziges Kriterium: Die Fangquoten sollen „nachhaltig“ sein. Solche Beschlüsse sollen nicht mehr eine Dreiviertelmehrheit erfordern, sondern bereits mit einfacher Mehrheit umgesetzt werden. Das seit 1986 geltende weltweite Walfangverbot würde damit gekippt.

Das Gastgeberland Brasilien hält diesen Begehrlichkeiten die „Florianópolis-Deklaration“ entgegen. Die Deklaration sieht in der Walbeobachtung die einzige im 21. Jahrhundert gerechtfertigte kommerzielle Nutzung der Walbestände. Ziel der Deklaration ist die Transformation der IWC von einer Walfang-Kommission in ein modernes Walschutzgremium mit der Absicht, sämtliche Walbestände wieder auf jenes Niveau zu bringen, das vor der industriellen Bejagung in den Weltmeeren herrschte. „Kommerzieller Walfang ist nicht nachhaltig und wird es nie sein. Im Gegenteil. Die alleine im 20. Jahrhundert geschätzten drei Millionen getöteten Wale und die kommerzielle Ausrottung zahlreicher Populationen sind Zeugnis einer fatalen Praxis, der sich langsam fortpflanzende Meeressäuger nicht standhalten“, sagt Nicolas Entrup von OceanCare.

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