Gewürgt, verletzt

Drogendealer betrogen ihr Opfer mit Wiesengras

Nicht nur wegen Raubes und Körperverletzung werden sich zwei in Linz geschnappte junge Asylwerber verantworten müssen - sondern auch wegen Betruges: Weil die Jugendlichen mindestens zehn Opfern, vorwiegend im Bereich des Linzer Hauptbahnhofs, statt Cannabis abgepacktes, wertloses Wiesengras verkauft haben.

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„Betrug bleibt Betrug und kann sich bei der Strafbemessung auswirken“, erklärte der Linzer Staatsanwaltssprecher Philip Christl nach der Verhaftung zweier jugendlicher Asylwerber. Die beiden, ein 16-jähriger Mazedonier und ein 17-jähriger Georgier, hatten am Linzer Hauptbahnhof einen 20-Jährigen aus Hörsching in die nahe gelegene Wiener Straße gelockt, wo sie ihm Marihuana verkaufen wollten.

Gewöhnliches Wiesengras
Tatsächlich drehten sie ihm zum Preis von 20 Euro ein Klemmsäckchen mit gewöhnlichem Wiesengras an. Weil der 20-Jährige nach dem Deal noch einen Fünf-Euro-Schein in der Hand hielt, würgte und trat das Duo den „Kunden“, verletzte ihn dabei im Nacken und am Rücken und raubte ihm den Geldschein.

Duo rasch ausgeforscht
Zuvor hatten Polizisten aber während einer Suchtgiftstreife über einen Abnehmer bereits die Vornamen dieser beiden Burschen erfahren, sodass sie rasch ausgeforscht werden konnten. Das Duo ist bereits wegen gemeinsamen Raubes einschlägig vorbestraft, wurde daher in Haft genommen.

Schon seit Dezember aktiv
Bei den Einvernahmen stellte sich dann heraus, dass sie schon seit Dezember des Vorjahres mit ihrem Drogen-Schmäh arbeiteten, mindestens in zehn Fällen ihren Abnehmern Wiesengras zum Preis von Cannabis angedreht hatten. Dazu Staatsanwalt Christl: „Suchtgift hat einen Straßenwert, Kunden bezahlen für die Drogen - wenn sie sie nicht bekommen, ist das Betrug.“

Johann Haginger, Kronen Zeitung

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