Am Dienstag kurz nach 8 Uhr hatte eine Lehrerin in der Garderobe den Zettel mit dem alarmierenden Inhalt entdeckt: "Ich werde alle töten. Ich werde eine Bombe um 13 Uhr einsetzen." Die Polizei war sofort zur Stelle. Alles ging sehr schnell, denn nach den Ankündigungen eines Amoklaufs am Freitag und am Montag (Nachlese in der Infobox) steht die Neue Mittelschule (Bild) in Kalsdorf bis auf Weiteres unter der Beobachtung der Exekutive.
Bub durch Amokdrohungen "inspiriert"
Aufgrund des Schriftbildes erkannte die Pädagogin den Verfasser der Nachricht. Es handelt sich um einen Zehnjährigen, der offenbar mit familiären Problemen nicht fertig wird. Bei seinem Geständnis gab er an, dass ihm ältere Schüler von den vorangegangenen Ereignissen erzählt hatten und er den Burschen imponieren wollte.
Der strafunmündige Bub wird psychologisch betreut - so wie auch jene 13-Jährige, die zuvor einen Amoklauf angekündigt hatte. Warum genau sie das tat, weiß sie nach wie vor nicht.
"Jede Aktion ein Hilfeschrei"
Josef Zollneritsch, Psychologe im Landesschulrat, hat vor Ort mit den beiden Kindern gesprochen und versucht, aufzuklären: "Allgemein gesagt müssen wir jedes Ereignis als Hilfeschrei betrachten. Hinter dem Geschehenen stehen massive Probleme in der Familie. So paradox es auch klingt - die Kinder wollen, dass sie entlarvt werden, damit man draufkommt, wie schlecht es ihnen geht."
Zollneritsch nimmt auch die Lehrer in die Pflicht: "Eine Schulklasse ist nicht ein Haufen von Kindern, sondern eine Summe von Beziehungen. Hier heißt es aufpassen und erkennen, welche Mädchen und Buben sich in einer Loser-Position glauben." Das Argument, dass Lehrer keine Psychologen sind, lässt er nicht gelten: "Das ist heute der Stress dieses Berufs."
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