"Thermenbande"

Kripo legt 30 Einbrechern das Handwerk

Steiermark
16.12.2009 00:44
Österreichische Kriminalisten haben einer 30-köpfigen Einbrecherbande, die auf Thermen und Thermenhotels in mehreren Bundesländern spezialisiert war, das Handwerk gelegt. Die Tätergruppe war in den Jahren 2007 und 2008 hauptsächlich im Burgenland, der Steiermark und in Oberösterreich aktiv. Der verursachte Gesamtschaden (auch Raststätten, Gasthäuser etc. dienten als Zielobjekte) beläuft sich auf 600.000 Euro.

Bereits am 30. Mai 2007 hatten Beamte des Landeskriminalamts Burgenland und der Steiermark Alarm geschlagen, nachdem es zu einer Häufung von Einbrüchen in Thermen gekommen war. Neun Thermeneinbrüche in Serie waren damals verübt worden.

Sonderkommando gegründet
Im Jänner des Folgejahres wurde die "Arge Thermen" gegründet, zu der sich Kriminalbeamte aus dem Burgenland, der Steiermark und Oberösterreich offiziell zusammenschlossen. Der Ausforschung der Verdächtigen ging dann eine Vielzahl an Telefonüberwachungen und Observationen voraus. In mehreren Thermen der drei hauptbetroffenen Bundesländer wurden mobile Alarmanlagen der Polizei installiert, zudem waren nachts Sonderstreifen unterwegs.

Lange Zeit handelte es sich bei der Verfolgung der Tätergruppe (einer losen Verbindung von etwa zwei Dutzend Männern, vorwiegend Kosovo-Albanern) um ein regelrechtes Katz-und-Maus-Spiel. Einer der Täter soll allein in der Zeit, in der er observiert wurde, sieben Handys und 16 SIM-Karten verwendet haben.

Kriminal-Touristen mit Zentrale in Wien
Als Drehscheibe kristallisierte sich ein Lokal in Wien-Ottakring heraus, in dessen Hinterzimmer öfters Männer übernachteten, die zum Einbrechen nach Österreich kamen, ein paar Nächte in der Bundeshauptstadt blieben und anschließend das Land wieder verließen.

Der Schaden in den Thermen war oft alleine durch das Aufbrechen der Eingangstür sehr groß. Rekordschadenssummen gab es in der Sonnentherme Lutzmannsburg im Burgenland mit 63.000 Euro (am 2. April 2007) und mit 80.000 Euro am 4. Mai desselben Jahres.

Unvereiste Scheiben führten zu erstem Verdächtigen
Ein Einbruch in Lutzmannsburg brachte auch den Wendepunkt der Verbrechensserie: Bei einer Parkplatzkontrolle fiel einem Kriminalbeamten ein Fahrzeug auf, das, anders als die anderen geparkten Pkw, keine vereisten Scheiben hatte. Der Wagen führte zum ersten Verdächtigen.

Für die Klärung der Fälle wurden die Kriminalisten der "Arge Thermen" am 13. November 2009 von der Vereinigung österreichischer Kriminalisten als "Kriminalisten des Jahres" ausgezeichnet.

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