Mi, 19. September 2018

Schreckschüsse & Co:

21.08.2018 05:12

Behörde erlaubt „Jagd“ auf Wölfe

Die Rückkehr des Wolfs im Waldviertel wirft viele Fragen auf: Wie soll man mit dem Raubtier umgehen, das seit Wochen beinahe jede Nacht Schafe, Kälber und Rehe reißt oder schwer verletzt? Die Behörden im besonders betroffenen Grenzgebiet der Bezirke Zwettl und Gmünd stellen klar: „Der Wolf muss verjagt werden!“

„Die Attacken der Wölfe stellen nicht nur die Weidewirtschaft vor Probleme, sie bereiten der Bevölkerung in der Region größte Sorge“, stellt Stadtchef Maximilian Igelsböck aus Groß Gerungs im Bezirk Zwettl fest. Er ist Obmann der Region Waldviertler Hochland und traf mit Bürgermeisterkollegen zum Krisengespräch zusammen. Die stark zunehmende Wolfspopulation bringe verheerende Auswirkungen mit sich, heißt es. Viele Bürger würden sich - ob auf dem Weg zum Autobus oder in der Freizeit - nicht mehr in den Forst trauen. Igelsböck: „Müssen wir erst abwarten, bis auch einmal ein Mensch zu Schaden kommt?“

Gestern dann die Wende: Erstmals in Österreich genehmigten die Behörden sogenannte Vergrämungsmaßnahmen gegen Wölfe. Die Raubtiere dürfen ab sofort mit Schreckschüssen verjagt, im Notfall auch mit Gummigeschossen ins Visier genommen werden. Was genau erlaubt ist, erklärten die Experten der Bezirkshauptmannschaften Zwettl und Gmünd am Montag den örtlichen Jägern. Vorerst sind diese Notmaßnahmen allerdings nur in der Region rund um Langschlag und Groß-Pertholz erlaubt. Hier wurden in ebensovielen Tagen 31 Schafe und Lämmer gerissen, zuletzt fünf Tiere auf eingezäunter Weide.

Umstritten bleibt, ob ein oder mehrere Wölfe in der Region ihr Unwesen treiben. Experten vermuten ja einen besonders aggressiven Einzelgänger. Alleine durch die schiere Anzahl an gerissenen Weidetieren, waren Betroffene zuletzt sogar von einem neuen Rudel ausgegangen. Wie dem auch sei, so ein Anrainer: „Es muss dringend etwas passieren!“

Ob der nun angekündigten „Abschuss light“ den Einwohnern weit genug geht, oder Tierschützer die Maßnahme heftig kritisieren werden, wird sich zeigen. Eine einhellige Meinung teilen aber alle Experten: „Der Wolf darf seine Scheu vom Menschen nicht verlieren.“

Thomas H. Lauber & Mark Perry, Kronen Zeitung

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